Auf dem Simsontreffen am Zwickauer Flugplatz sind am Freitagabend drei Polizeibeamte verletzt worden. Ein 25-Jähriger soll mit seinem Quad ohne Schalldämpfer unmittelbar neben den Einsatzkräften stark beschleunigt haben.
Die drei Beamten im Alter von 35, 39 und 45 Jahren erlitten nach Polizeiangaben ein Knalltrauma und sind derzeit nicht dienstfähig. Sie waren als Kommunikationsteam auf dem Festivalgelände unterwegs, als der 25-Jährige mit seinem Quad neben ihnen anhielt und anschließend stark beschleunigte. Da in dem Fahrzeug kein Schalldämpfer verbaut war, wurden die unmittelbar daneben stehenden Polizisten leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte.
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19-Jähriger randaliert alkoholisiert
Gegen den deutschen Tatverdächtigen wurde eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Zudem erhielt er nach Angaben der Beamten einen Platzverweis für die Dauer der Veranstaltung.
Gegen Mitternacht randalierte laut Polizei ein alkoholisierter 19-Jähriger auf dem Festivalgelände und warf einen Grill um. Bei der Sachverhaltsaufnahme habe er erheblichen Widerstand gegen die Polizeibeamten geleistet und diese beleidigt, hieß es. Der Deutsche verbrachte die Nacht in Polizeigewahrsam und musste am folgenden Morgen die Heimreise antreten. Entsprechende Anzeigen wurden gefertigt.
Sechs Delikte mit verfassungsfeindlichem Hintergrund
Darüber hinaus registrierte die Polizei am Freitag und in der Nacht zum Samstag sechs Delikte mit verfassungsfeindlichem Hintergrund. Die betroffenen Personen erhielten jeweils ein Hausverbot. Ferner wurden nach Polizeiangaben ein Diebstahl und ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz erfasst.
Das mehrtägige Simsontreffen bezeichnet sich selbst als größtes Festival dieser Art. Tausende Fans des DDR-Kult-Mopeds kommen jedes Jahr auf den Flugplatz in Zwickau. Die Veranstalter betonen, dass das Treffen eine unpolitische Veranstaltung sei und verfassungsfeindliche Kennzeichen zur Anzeige gebracht würden.
Die jüdischen Nachfahren der Familie Simson kritisierten in diesem Jahr eine Vereinnahmung der Marke durch die AfD. Die Partei nutzt das beliebte Moped unter anderem im Wahlkampf. Die Familie Simson war in der NS-Zeit verfolgt und 1936 zum Verkauf der Fabrik in Suhl gezwungen worden, wo später zu DDR-Zeiten die Simson-Mopeds gebaut wurden.
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