Rüstungsausgaben

Sipri: Weltweite Militärausgaben auf Rekordhoch – Deutschland auf Platz Vier

Die globalen Rüstungsausgaben liegen einem Bericht zufolge den höchsten Stand seit 2009. Deutschlands Ausgaben stiegen um mehr als ein Fünftel.

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Soldaten tragen Sturmgewehre während einer Veranstaltung.

Soldaten tragen Sturmgewehre während einer Veranstaltung.

© Hannes P. Albert/dpa

Die deutschen Rüstungsausgaben sind 2025 um 24 Prozent auf 97 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Internationalen Stockholmer Friedensforschungsinstituts (Sipri) hervor. Damit ist die Bundesrepublik nach den USA, China und Russland der viertgrößte Militärausgeber der Welt.

Es ist laut AFP das dritte Jahr in Folge mit einem zweistelligen prozentualen Anstieg in Deutschland. Die Verteidigungsausgaben entsprachen 2,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts – erstmals seit 1990 lag der Wert oberhalb der Zwei-Prozent-Marke der Nato. Bis zum Jahr 2029 will die Bundesregierung den Anteil auf 3,5 Prozent steigern.

Stärkster Anstieg in Europa seit Jahrzehnten

Weltweit erhöhten sich die Militärausgaben dem Bericht zufolge um 2,9 Prozent auf rund 2,89 Billionen Dollar, wie Reuters berichtet. Gemessen am globalen Bruttoinlandsprodukt erreichten sie mit 2,5 Prozent den höchsten Stand seit 2009, auch wegen deutlich höherer Rüstungsausgaben in Europa.

„2025 stiegen die Militärausgaben der europäischen Nato-Mitglieder so schnell wie seit 1953 nicht mehr“, erklärte Sipri-Forscher Jade Guiberteau Ricard laut AFP. Die 29 europäischen Nato-Staaten gaben zusammen 559 Milliarden Dollar aus.

US-Ausgaben rückläufig wegen gestoppter Ukraine-Hilfen

Die USA blieben mit 954 Milliarden Dollar mit Abstand größter Rüstungsausgeber, ihre Ausgaben sanken jedoch um 7,5 Prozent. Hauptgrund war laut Sipri, dass US-Präsident Donald Trump keine neue Militärhilfe für die Ukraine bewilligte. In den drei Jahren zuvor hatten sich die US-Hilfen für Kiew auf 127 Milliarden Dollar summiert.

Das Institut geht davon aus, dass der Rückgang nur vorübergehend ist: Der US-Kongress habe für 2026 bereits mehr als eine Billion Dollar für Militärausgaben bewilligt, wie Reuters berichtet.

Russland steigerte seine Ausgaben laut Sipri um 5,9 Prozent auf geschätzte 190 Milliarden Dollar, was etwa 7,5 Prozent des BIP entspricht. In der Ukraine erreichten die Rüstungsausgaben mit geschätzten 84,1 Milliarden Dollar 40 Prozent der Wirtschaftsleistung – weltweit der höchste Anteil.

Israels Ausgaben sanken 2025 um 4,9 Prozent auf 48,3 Milliarden Dollar, die Militärausgaben des Iran gingen inflationsbereinigt ebenfalls zurück und beliefen sich auf 7,4 Milliarden Dollar. Laut Sipri könnten die offiziellen Angaben jedoch unter den tatsächlich für Rüstung ausgegebenen Summen liegen. (mit AFP)

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