Gegenwartsliteratur

„So, in etwa, ist es geschehen“: Ein Mord und wie es dazu kam

Sharon Dodua Otoo setzt eine junge schwarze Frau zu einer alten weißen Nervensäge ins Auto. Der Roman rekonstruiert eine Wut. Die Buchkritik.

Bernadette Conrad
6 Min
Seit Sharon Dodua Otoo 2016 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen hat, gehört sie zu den wichtigen Stimmen der deutschsprachigen Literatur.

Seit Sharon Dodua Otoo 2016 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen hat, gehört sie zu den wichtigen Stimmen der deutschsprachigen Literatur.

© Paul Zinken/dpa

Für einmal ist die Kritikerin nicht in Gefahr, etwas zu spoilern – die Erzählerin selbst verrät den Kern des dramatischen Plots in den ersten drei Sätzen des Romans: „Heute stehe ich endlich im Gerichtssaal und werde mich ‚schuldig im Sinne der Anklage‘ bekennen, denn: Ich habe Heinz Brockhaus getötet.“

Amata Haller, eine junge schwarze Frau, schreibt diese Sätze am Anfang einer 80-seitigen Selbstaussage, die sie im Januar 2026 in Untersuchungshaft an ihre Freundin und Mit-Aktivistin Nkechi richtet – so die Konstruktion des Romans „So, in etwa, ist es geschehen“. Nkechi solle diesen Text unbedingt publizieren.

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