Soldaten ja, Flüchtlinge nein

Sigrid Averesch
2 Min

Das jüngste Attentat im Irak geschah erst vor wenigen Tagen. 30 Menschen ließen dabei ihr Leben. Noch immer herrscht im Irak kein Frieden. Noch immer finden Selbstmordanschläge statt. Noch immer werden religiöse Gruppen ausgegrenzt, verfolgt und vertrieben. Allenfalls nicht mehr in dem Ausmaß, wie noch vor einigen Jahren. Gewalt und Verfolgung sind die Ursache für die größte Flüchtlingskatastrophe im Nahen Osten seit 1948. Doch seit Jahren verschließt die EU davor die Augen. Während Syrien und Jordanien Flüchtlinge aus dem Irak aufgenommen haben, lehnt die EU es ab, über die normalen Asylverfahren hinaus Vertriebene aufzunehmen. Ihr kam die Bitte des irakischen Ministerpräsidenten Maliki, den Aufbau des Landes nicht zu behindern, deshalb durchaus recht. Er braucht die christlichen Fachkräfte.Die Haltung der Europäer ist beschämend. Angesichts der Gewalt werden die Flüchtlinge noch nicht in den Irak zurückkehren können. Selbst wenn die Verfolgung beendet und der Aufbau vorankäme, dauerte es Jahre, bis die Flüchtlinge zurückkehren könnten, dort Wohnungen und Arbeit fänden. Das weiß die EU. Sie sollte sich deshalb auf eine Aufnahme irakischer Flüchtlinge verständigen und den Schutzbedürftigsten helfen. Dazu gehören zwar auch die Christen, die im Irak besonderer Verfolgung ausgesetzt sind. Doch das gilt auch für Frauen, Kinder und Kranke, unabhängig vom Glauben. Etliche EU-Staaten sind in Irak militärisch engagiert. Die Europäer sollten sich ihrer Verantwortung stellen.

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