Berlin schwitzt sich ins Wochenende: Am Freitag und Samstag klettern die Temperaturen auf gut 32 Grad. Wer dafür den Sprung ins Sommerbad Neukölln eingeplant hatte, bleibt vorerst trocken.
Das Columbiabad am Columbiadamm, von Stammgästen nur „Culle“ genannt, sollte eigentlich an diesem Donnerstag, dem 18. Juni, in die Saison starten. Schon das war ein verspäteter Termin. Jetzt wird er erneut verschoben.
Frühestens am 3. Juli sollen Schwimmer-, Nichtschwimmer- und Planschbecken aufmachen. Das teilten die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) am Mittwoch mit.
Keine Kohle – diesmal aber wortwörtlich
In Berlin meint „keine Kohle“ sonst: kein Geld. Hier fehlt sie tatsächlich. Aktivkohle, um genau zu sein.
Die brauchen die vier großen Wasserfilter, die die Wasserqualität in den beiden Hauptbecken dauerhaft sichern. Wegen eines fehlerhaften Bestellprozesses kam das Material zu spät.
Eins ergab das andere: Die Becken konnten erst später befüllt werden. Damit verzögerte sich die Probenentnahme. Und ohne Proben keine Freigabe durch das Gesundheitsamt.
Der Vorstand entschuldigt sich – Trost gibt es im September
„Die Berliner Bäder-Betriebe bitten für die verspätete Öffnung um Entschuldigung“, sagte Vorstand Johannes Kleinsorg in einer Mitteilung am 17. Juni. Man habe die Ursachen analysiert und Maßnahmen eingeleitet, damit sich das nicht wiederhole.
Alle anderen Berliner Freibäder seien planmäßig in die Saison gestartet. Allein das Kultbad in Neukölln stolpert in den Sommer.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt: Die BBB prüfen, ob sich ein Teil des Bades früher öffnen lässt. Und zum Ausgleich soll das Columbiabad in diesem Jahr bis in den September hinein geöffnet bleiben.
Bis dahin gilt für Neukölln, was in Berlin so oft gilt: Die Abkühlung kommt zu spät.
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