Sonnenfinsternis

Doppeltes Himmelsspektakel: Sonnenfinsternis und Perseiden an einem Abend im August

An einem einzigen Abend schiebt sich erst der Mond vor die Sonne, dann regnet es Sternschnuppen. Doch ob Sie etwas davon sehen, hängt an einem entscheidenden Punkt.

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Die Sternschnuppen der Perseiden sind in der ersten Augusthälfte teils im Minutentakt am Nachthimmel zu sehen.

Die Sternschnuppen der Perseiden sind in der ersten Augusthälfte teils im Minutentakt am Nachthimmel zu sehen.

© Cyclonphoto/zoonar/imago

An manchen Abend lohnt sich der Blick in den Himmel besonders. Am frühen Abend des 12. Augusts beginnt eine Sonnenfinsternis, bei der sich der Mond über Mitteldeutschland vor rund 86 Prozent der Sonnenscheibe schiebt. So tief war eine Sonnenfinsternis über Deutschland seit dem 11. August 1999 nicht mehr, die nächste totale kommt erst 2081.

Und wenn die Sonne untergegangen ist, übernehmen die Perseiden: der aktivste Sternschnuppenstrom des Jahres. Wer den Abend richtig plant, erlebt zwei Himmelsereignisse hintereinander – vorausgesetzt, ein Detail stimmt.

Wann sich die Sonne verdunkelt

Los geht es zwischen 19.16 Uhr in Magdeburg und 19.19 Uhr im Vogtland. Der Mond berührt den Sonnenrand, zunächst kaum zu bemerken. Danach wird es schnell deutlicher: Gegen 20 Uhr sind rund 70 Prozent der Sonne verdeckt, das Licht wirkt fahl und kühl.

Das Maximum erlebt man fast überall zwischen 20.10 und 20.12 Uhr. Dann steht über Magdeburg, Leipzig, Erfurt und Dresden eine schmale Sonnensichel am Himmel, deren Spitzen nach unten zeigen. Verdeckt sind je nach Ort zwischen 85,2 Prozent in Weißwasser und 87,1 Prozent in Sonneberg und Suhl.
Ganz verschwinden wird die Sonne nicht, richtig dunkel wird es also nicht. Und es kommt eine Enttäuschung: Die Finsternis läuft noch, wenn die Sonne untergeht. In Görlitz verschwindet sie schon um 20.27 Uhr, noch zu 56 Prozent verfinstert. Eisenach hat mit 20.46 Uhr am längsten etwas davon.

Warum der freie Blick alles entscheidet

Im Maximum steht die Sonne nur noch 1,7 bis 4,1 Grad über dem Horizont. Zum Vergleich: Die Breite des kleinen Fingers am ausgestreckten Arm deckt etwa ein Grad ab. Es geht also um wenige Fingerbreit.

Damit wird der Standort zum wichtigsten Punkt des Abends. Wer nach Westnordwesten Häuser, Bäume oder einen Hügel vor sich hat, wird schlicht nichts sehen. Ein Aussichtsturm, ein Berg oder eine Brücke über freiem Land sind an diesem Abend mehr wert als jedes Teleskop.

Nur mit geprüfter Schutzbrille in die Sonne schauen

Ein Punkt, bei dem es keinen Spielraum gibt: In die Sonne schaut man ausschließlich durch eine geprüfte Sonnenfinsternisbrille nach der Norm ISO 12312-2. Sonnenbrillen, berußtes Glas, Rettungsfolie oder belichtete Filme schützen nicht.

Auch eine zu 86 Prozent verdeckte Sonne ist noch so hell, dass die Netzhaut Schaden nehmen kann – ohne dass man dabei Schmerz spürt. Niemals durch Fernglas oder Teleskop schauen, wenn nicht ein passender Filter vorn auf der Optik sitzt. Die Schutzbrille ans Okular zu halten, genügt nicht.

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Und dann kommen die Perseiden

Wenn keine Wolken stören, geht der Abend in eine hervorragende Sternschnuppennacht über. Der Grund: Eine Sonnenfinsternis gibt es nur bei Neumond – und das heißt kein störendes Mondlicht.

Die Perseiden erreichen ihr rechnerisches Maximum am 12. August gegen 18.47 Uhr, die Nacht darauf ist damit die beste und dunkelste des Jahres.
Wirklich dunkel wird es aber erst zwischen 22.56 Uhr in Dresden und 23.15 Uhr in Magdeburg, gegen halb vier dämmert es wieder. Gut vier Stunden bleiben zum Sternschnuppen-Erhaschen.

Dabei gilt: je später, desto mehr. Der Ausstrahlungspunkt im Sternbild Perseus steigt von etwa 22 Grad um 21 Uhr auf 64 Grad um 4 Uhr – und mit ihm die Zahl der Meteore. Unter perfektem Landhimmel sind bis zu 100 pro Stunde möglich, in der Stadt deutlich weniger. Ein Fernglas ist nicht nötig: hinlegen, 20 Minuten die Augen an die Dunkelheit gewöhnen, Handy weglegen.

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