Sophie R.: Mein Leben ohne Geldkarte Feierliche Premiere von "Der kalte Finger" im Kino Royal / Kennen Sie Herrn Müller?

Andreas Kurtz
3 Min

Premiere am Dienstag abend im "Royal". Eigentlich fehlte nichts: Fotografen belichteten einige Meter Film mit den lächelnden Hauptdarstellern des nigelnagelneuen Films "Der kalte Finger". Ein (nicht sehr langer, nicht sehr breiter) roter Teppich lümmelte sich vor dem Eingang.Autogrammjäger stürzten sich auf jeden, der fotografiert wurde (denn das mußte schließlich ein Promi sein). Die Zeit der Amateure unter den Autogrammjägern scheint übrigens vorbei. Kaum einer läßt sich den Namenszug eines Prominenten noch auf die Rückseite der Kinokarte oder auf den Unterarm schreiben. Heutige Sammler von VIP-Signaturen sind hochorganisiert: Sie halten dicke Mappen voller Fotos von den erwarteten Schauspielern bereit. Oder stapelweise Blankokarten. Gruschenka Stevens, eine der Hauptdarstellerinnen, kritzelte gutgelaunt ihren Namenszug, wurde aber bei mehr als 20 Autogrammwünschen pro Sammler ungeduldig und fragte sich: "Was machen die mit den ganzen Dingern?" - Eine verständliche Frage, denn man muß schließlich damit rechnen, zu einem ganz, ganz unschmeichelhaften Kurs gegen Kollegenautogramme getauscht zu werden Oder noch schlimmer: Vielleicht kommt ja einer der vermeintlichen Fans auf die Idee, aus den Blankoautogrammen Schecks oder andere teure Schriftstücke zu basteln? Sophie Rois, auch sie spielt eine Hauptrolle, wurde nachdenklich. "Dann holt sich vielleicht einer auf die Art Geld von meinem Konto?!" - Sie selbst kommt übrigens nicht ganz so leicht an ihre sauer verdienten Kröten: "Nachdem ich vor Jahren mal mein Konto überzogen habe, hat mir die Bank eine Geldkarte verweigert." Inzwischen ist sie gut im Geschäft und würde sicher wieder so ein Kärtchen bekommen, jetzt will sie aber nicht mehr: "Es ist wohl besser so "Von Sophie Rois stammt übrigens auch das Zitat des Abends: "Ich finde diesen Film richtig toll, denn das ist ein deutscher Film, der in Berlin gedreht wurde und trotzdem kommt darin kein Hinterhof vor und keine Wohngemeinschafts-Küche."Im Premierengetümmel gesichtet: Hauptdarsteller Dominic Raacke, Regisseur Ralf Huettner, DJ Sven Väth (war für die Filmmusik und für die Beschallung der Premierenparty im BKA-Zelt zuständig), Regisseur Christoph Schlingensief, Schauspieler und Regisseur Vadim Glowna.Sie ist mit dem Leiter der Mailänder Scala Riccardo Muti verheiratet. Am Dienstag redete sich Cristina Muti im ziemlich bedrückenden Bombast-Bau der Italienischen Botschaft im Tiergarten auf sehr sympathische Weise in Rage: Sie warb für das von ihr mitgegründete Ravenna-Festival. Der Name ihres Heimatortes Ravenna verbindet sich für Musikfreunde inzwischen seit 1990 mit einer ungewöhnlichen Mischung von der großen Oper bis zum Bauchtanz. Eine Information der engagierten Ravenna-Reklame-Rede sorgte übrigens für Heiterkeit im Saal: Mit der Begutachtung, ob die Akustik in einem vorwiegend sportlich genutzten Saal auch für klassische Musik geeignet wäre, wurde ein deutscher Ingenieur beauftragt. "Der Mann hieß übrigens Müller!" - Ja, den Herrn Müller kennen wir alle - jeder irgendeinen.ZU GAST Die Wiener Philharmoniker, Dirigent Yutaka Sado (im Grand Hotel Berlin). Choreograph John Neumeier, Maestro Riccardo Muti, Schauspieler Jan Niklas (im Kempinski Hotel Bristol). Sängerin Lucia Aliberti (im Hotel Palace). Stadtgeflüster-Kontakt Telefon 23 27 53 96 Telefax 23 27 51 14 +++

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner