Sozialabgaben

Gutverdienern drohen im Jahr 2027 rund 102 Euro mehr Abzüge im Monat

Neue Beitragsgrenzen erhöhen die Abzüge für Beschäftigte mit hohem Einkommen. Durch die geplante Pflegereform könnte es noch teurer werden.

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Eine Gehaltsabrechnung mit Euromünzen. Für Gutverdiener könnten die Sozialabgaben im Jahr 2027 deutlich steigen.

Eine Gehaltsabrechnung mit Euromünzen. Für Gutverdiener könnten die Sozialabgaben im Jahr 2027 deutlich steigen.

© Arno Burg/imago

Gutverdiener müssen sich im Jahr 2027 auf deutlich höhere Sozialabgaben einstellen. Nach einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Verordnungsentwurf des Bundesarbeitsministeriums soll die monatliche Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung von 5812,50 auf 6375 Euro steigen. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung ist eine Anhebung von 8450 auf 8850 Euro vorgesehen.

Für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer, deren Einkommen auch die neuen Grenzen übersteigt, ergibt sich bei unveränderten Beitragssätzen eine Mehrbelastung von knapp 102 Euro im Monat. Im Jahr wären das rund 1220 Euro. Arbeitgeber müssten im Regelfall einen ähnlich hohen zusätzlichen Betrag aufbringen.

Die Berechnung setzt einen Zusatzbeitrag der Krankenkassen von 2,9 Prozent voraus. Rund 49 Euro der monatlichen Mehrbelastung entfallen auf die Krankenversicherung, etwa zehn Euro auf die Pflegeversicherung, gut 37 Euro auf die Rentenversicherung und rund fünf Euro auf die Arbeitslosenversicherung.

Sonderanhebung bei Krankenversicherung

Die Beitragsgrenzen werden jährlich anhand der Lohnentwicklung angepasst. Für das Jahr 2027 ist laut Entwurf ein Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im Jahr 2025 um 4,38 Prozent maßgeblich. Die reguläre Anhebung folgt einer gesetzlich vorgeschriebenen Berechnung anhand der Lohnentwicklung. Das Bundesarbeitsministerium kann ihre Höhe daher nicht frei bestimmen.

In der Krankenversicherung kommt jedoch eine bereits gesetzlich beschlossene Sonderanhebung hinzu. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt einmalig um weitere 300 Euro im Monat. Allein dieser Schritt belastet gutverdienende GKV-Mitglieder nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums mit rund 26 Euro zusätzlich.

Pflegebeitrag könnte stärker steigen

Die tatsächliche Belastung könnte noch höher ausfallen. Der Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes sieht eine stärkere Anhebung der Beitragsgrenze in der Pflegeversicherung vor. Für Kinderlose käme zudem der von ihnen allein zu zahlende Pflegezuschlag hinzu.

Die neuen Rechengrößen sind noch nicht beschlossen. Nach der Abstimmung zwischen den Ministerien muss die Bundesregierung die Verordnung verabschieden. Anschließend ist die Zustimmung des Bundesrats erforderlich.

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