Ein vier Tonnen schweres Teil einer SpaceX-Rakete ist auf dem Mond eingeschlagen. Das berichten übereinstimmend mehrere internationale Medien. Der Aufprall erfolgte demnach am frühen Mittwochmorgen gegen 2.35 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste (8.35 Uhr MESZ). Das Raketenteil war mit einer Geschwindigkeit von rund 8690 Kilometern pro Stunde unterwegs.
Getroffen wurde die Mondoberfläche nahe dem Einstein-Krater am westlichen Rand des Mondes – ein Bereich, der von der Erde aus nur schwer zu sehen ist.
Das Objekt ist so groß wie ein fünfstöckiges Gebäude und stammt von einer Rakete des Typs Falcon 9 von Elon Musks Firma SpaceX. Der Einschlag war mit bloßem Auge von der Erde aus nicht zu erkennen. Für die Wissenschaft aber ist der Aufprall jedoch ein interessanter Fall.
Eine SpaceX-Rakete vom Typ Falcon 9 beim Start
© Jennifer Briggs/imago
Wie ein Raketenteil auf Kollisionskurs mit dem Mond geriet
Die Geschichte begann im Januar 2025. Damals hob eine Falcon-9-Rakete von Cape Canaveral in Florida ab. An Bord: zwei kommerzielle Mondlandegeräte – der Lander „Blue Ghost“ der US-Firma Firefly Aerospace und der Lander „Resilience“ des japanischen Unternehmens ispace.
Die untere Raketenstufe kehrte planmäßig zur Erde zurück. Die obere Stufe – im Fachjargon zweite Stufe – brachte die beiden Landegeräte auf ihren Weg zum Mond. Danach trieb sie jedoch ohne Steuerung im All.
Bei Missionen nahe der Erde verglühen solche Stufen normalerweise in der Atmosphäre oder stürzen ins Meer. Weil der Mondflug jedoch mehr Schub verlangte, blieb diese Stufe im Weltraum.
Erst in diesem Jahr fanden Astronomen heraus, dass das Teil auf den Mond zusteuerte.
„Was passiert ist, ist im Wesentlichen eine Mischung aus Sonnenaktivität und Gravitationskräften, die es auf einen Kurs zum Mond gebracht haben“, sagte Julianna Scheiman, bei SpaceX zuständig für Nasa-Wissenschaftsprogramme, laut Reuters.
Eine Gefahr für die Erde besteht durch den Aufprall nach Angaben der Nasa nicht.
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Wucht von drei Tonnen TNT: Was der Einschlag anrichtet
Der Einschlag dürfte nach Berechnungen des Astronomen Bill Gray dem Time-Magazin zufolge eine Energie freigesetzt haben, die etwa drei Tonnen TNT entspricht. Gray hatte den Einschlag bereits im April vorhergesagt.
Laut einer noch nicht begutachteten Studie unter Beteiligung von Nasa-Forschern dürfte dabei ein Krater mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Metern entstehen. Aufgewirbelter Mondstaub dürfte zuvor eine Wolke bilden, die von der Sonne beleuchtet wird – von der Erde aus aber kaum zu erkennen ist. Noch wird auf die Bilder gewartet.
Warum Forscher den Crash feiern
Einschläge künstlicher Objekte auf dem Mond sind selten. Genau deshalb ist das Ereignis für die Wissenschaft wertvoll: Anders als bei den zahllosen natürlichen Meteoriten, die täglich auf dem Mond einschlagen, kennen Forscher hier Masse und Geschwindigkeit des Objekts genau.
„Das könnte von – wahrscheinlich geringem – wissenschaftlichem Interesse sein, und wir könnten einige Dinge daraus lernen“, sagte Bill Gray laut Reuters.
Die Nasa-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter soll die Einschlagstelle in den kommenden Tagen fotografieren. Da keine Sonde den Aufprall live einfangen konnte, vergleichen Forscher zunächst Bilder von vorher und nachher, um den neuen Krater zu finden.
Laut dem Cambridge-Astronomen Matt Bothwell kommt der „große Ertrag“ erst in rund einer Woche – dann, wenn ein Mondsatellit die Stelle überfliegt.
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