Freiberger Forum

Michael Andrick spricht in Freiberg über „Spaltung und totalitäre Politik“

Seit den Corona-Jahren organisiert das Freiberger Forum e.V. in Sachsen Kulturveranstaltungen, um den gesellschaftlichen Diskurs zu erweitern. Andrick spricht von einem „Moralgefängnis“.

OAZ
3 Min
Philosoph und Autor des Bestsellers „Im Moralgefängnis“: Michael Andrick spricht am Freitag beim Freiberger Forum.

Philosoph und Autor des Bestsellers „Im Moralgefängnis“: Michael Andrick spricht am Freitag beim Freiberger Forum.

© Michael Andrick

In Freiberg machen einige Bürger sich ernste Sorgen um den Zustand der Republik. „Die gesellschaftliche Entwicklung ist von Spaltung, Desinformation und einer signifikanten Einengung des Meinungskorridors geprägt“, erläutert Andreas Schettler, der Vorstandsvorsitzende des Freiberger Forums e.V., gegenüber der OAZ.

Man wolle diesen Tendenzen mit der „Besinnung auf traditionelle Werte“ entgegenwirken das Einigende betonen: Das Interesse aller Bürger an „freier Kunst, Kultur und Wissenschaft“, die „Pflege der deutschen Sprache und Tradition in einem Geist der Toleranz“, wie es auf der Internetseite des Vereins heißt.

Man sehe sich als „Diskussionsplattform“. Der Weckruf für das Engagement der über 50 Freiberger in ihrem Verein war laut Schettler die Erfahrung der Corona-Zeit: „Wir haben uns als Menschen organisiert, die in der Corona-Zeit nicht mit der Maßnahmen-Politik mitgelaufen sind.“ Schettler und seine Mistreiter luden in der Vergangenheit aber keineswegs nur bekannte Skeptiker und Dissidenten der Corona-Maßnahmenjahre wie Wolfgang Wodarg, Tom Lausen und Ulrike Guérot zu Vortrags- und Diskussionsabenden ein.

Man veranstaltet etwa auch schon mal einen faktenschweren Abend zum Thema Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) – und wundert sich dann darüber, dass die Diskussion der wissenschaftlichen Grundlagen des EEG keine Resonanz bei den Fachministerien und NGOs fand, die man eingeladen hatte: „Bemerkenswert, dass von den hunderten Referenten auf Bundes- und Landesebene, sich nicht einer über die wissenschaftliche Basis des EEG äußern konnte oder durfte“, verlautbarte der Verein in den Sozialen Medien. Ob das einen eingeengten Meinungskorridor auch beim Thema Energiewende aufzeigt?

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Mediale Manipulation im Fokus

Gefragt, was das eigene Engagement die Macher des Vereins gelehrt hat, wird Schettler nachdenklich: „Wir haben die Macht medialer Manipulation besser verstanden, die Kraft der Gemeinschaft erlebt und das Glück erfahren, den eigenen inneren Kompass wiederzuentdecken.“

An diesem Freitag, 17. April, 19 Uhr, spricht Michael Andrick, Philosoph und Autor des Bestsellers „Im Moralgefängnis“, auf Einladung des Freiberger Forums im Freiberger Festsaal. Das Thema des Publizisten, der unter anderem für den Deutschlandfunk Kultur und als Kolumnist für die Berliner Zeitung schreibt, birgt reichlich Stoff für Kontroversen: „Spaltung und totalitäre Politik: Stecken wir im Moralgefängnis?“

Der Eintritt zu Vortrag und Diskussion ist kostenfrei: „Wir wollen allen Bürgern die Teilnahme ermöglichen, es geht uns um den lebendigen Austausch und nicht ums Geldverdienen“, sagt der Vereinsvorsitzende Schettler.

Noch am Montag äußerte sich Andrick in MDR Aktuell ausführlich zu seinen Sorgen über den Zustand der Redefreiheit in Deutschland und bewarb die von ihm mit initiierte Berliner Erklärung zur Meinungsfreiheit. Eine gewisse Nähe zum Publikum des Freiberger Forums lässt das erahnen.

Nähere Informationen zur Veranstaltung mit Michael Andrick im Freiberger Festsaal sind auf der Webseite der Stadt Freiberg abrufbar.

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