Iran-Krieg

Spritpreise auf Rekordniveau: Spediteure lassen Lkw stehen – Forderung nach Entlastungen

Die Spritpreise steigen immer weiter und erreichen teils Rekorde. Die Spediteure drängen auf staatliche Entlastungen.

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Die Spritpreise steigen immer weiter an.

Die Spritpreise steigen immer weiter an.

© Achille Abboud/imago

Deutschlands Spediteure haben angesichts der rekordhohen Spritpreise auf staatliche Entlastung gedrängt. Bis zu 20 Prozent der Transportkapazitäten würden derzeit aus dem Markt genommen, sagte BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt.

Der Diesel sei so teuer geworden, dass die Fuhrunternehmen die Kosten nicht mehr voll an ihre Kunden weitergeben könnten. Die Branche verlangt eine Obergrenze für Kraftstoffe nach belgischem und luxemburgischem Vorbild. Zugleich hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag Entlastungen für Autofahrer in Aussicht gestellt.

Warum Spediteure jetzt Lkw stilllegen

Der Kern des Problems liegt für die Branche beim Diesel. „Bis zu 20 Prozent der Kapazitäten werden aus dem Markt rausgenommen“, sagte Engelhardt der Augsburger Allgemeinen.

Die Kraftstoffpreise stiegen so stark, dass die Unternehmen sie nicht vollständig an ihre Kunden weiterreichen könnten, so der BGL-Vorstandssprecher. Wer nicht kostendeckend fährt, lässt Fahrzeuge lieber stehen.

„Keine Subventionen mit der Gießkanne“: Was der BGL fordert

Der Verband verlangt keine breit gestreuten Hilfen, sondern eine feste Deckelung. „Wir fordern keine Subventionen mit der Gießkanne. Wir fordern eine Obergrenze für Kraftstoffe wie in Belgien und Luxemburg“, sagte Engelhardt. Zusätzlich brauche es einen verbilligten Transportdiesel nach dem Vorbild europäischer Nachbarländer.

Das nütze nicht allein den Fuhrunternehmen: „Das hilft nicht nur unseren Unternehmen, sondern schützt auch die Verbraucher vor übermäßigen Preisanstiegen, weil alle Güter transportiert werden müssen“, begründete er die Forderung.

Wie hoch sind die Spritpreise aktuell?

Ein Liter Super E10 kostete am Montag im Tagesdurchschnitt 2,286 Euro und damit so viel wie nie, wie der ADAC am Dienstag mitteilte – 1,3 Cent mehr als am Vortag.

Diesel legte um 0,8 Cent auf 2,412 Euro zu. Vom Rekord aus dem April, als der Liter 2,446 Euro kostete, trennten ihn damit nur noch 3,4 Cent.

Als wichtigster Preistreiber gilt der Rohölpreis. Er ziehe wegen der angespannten Lage im Nahen Osten an: Durch den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus fehlten große Mengen Öl und Gas am Weltmarkt.

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DIHK warnt vor Importrechnung von bis zu 40 Milliarden Euro

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer setzt auf einen anderen Hebel. Die Bundesregierung solle prüfen, die Energiesteuern auf das europäische Mindestmaß abzusenken, sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier der Augsburger Allgemeinen.

Er warnte vor Folgen für die Volkswirtschaft. „Die Importrechnung könnte um bis zu 40 Milliarden Euro steigen“, sagte Treier. Das wäre fast ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts – und „Gift für die dringend nötige wirtschaftliche Erholung“.

Zwar hatten Finanzexperten den Ausblick für die deutsche Konjunktur zuletzt angehoben, trotz des andauernden Iran-Kriegs. Der Preisauftrieb bei Kraftstoffen und Energie könnte die Erholung nun aber wieder stärker bremsen.

Welche Maßnahmen Merz gegen die Spritpreise plant

Merz kündigte am Dienstag beim Unternehmertag des Außenhandelsverbands BGA in Berlin Entlastungen an. „Für viele Menschen, die täglich das Auto brauchen, ist eine Belastungsgrenze erreicht“, sagte er.

Das „genaue Instrumentarium“ stehe aber noch nicht fest. Man sei in engem Austausch mit Bundesregierung und Ländern, „sehr bald“ solle es einen Vorschlag geben.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) macht sich für eine Übergewinnsteuer auf die Extra-Profite der Mineralölkonzerne stark, um Hilfen für Verbraucher zu finanzieren.

Merz erteilte dem eine Absage: Er sehe derzeit weder eine ausreichende faktische noch eine rechtliche Grundlage.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) brachte gezielte Direktzahlungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen ins Spiel – ein Vorschlag, der auch in ihrer eigenen Partei auf Kritik stieß.

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