Spektakulärer Fund: Archäologen entdecken riesige antike Struktur nahe Rom

Bei Ausgrabungen wurde ein gewaltiges Becken entdeckt. Es ist ein frühes Beispiel für monumentale römische Architektur. Was es mit dem berühmten Forum Romanum zu tun hat.

4 Min
Das antike Gabii.

Das antike Gabii.

© Marcello Mogetta

Nur rund 20 Kilometer östlich von Rom haben Archäologen in der antiken Stadt a einen spektakulären Fund gemacht: ein riesiges, teilweise direkt in den Fels gehauenes Steinbecken. Es stammt aus der Zeit um 250 v. Chr., Teile könnten sogar noch älter sein.

Das von einem Forscherteam unter Leitung von Marcello Mogetta von der University of Missouri entdeckte Bauwerk ist vermutlich eines der frühesten Beispiele für monumentale römische Architektur außerhalb von Tempeln und Stadtmauern.

Architektur als Mittel der politischen Kommunikation

Mogetta, der an der Universität von Missouri die Abteilung für Klassik, Archäologie und Religion leitet, erklärte, dass monumentale Architektur nicht nur praktische Zwecke erfüllte, sondern auch ein machtvolles Mittel politischer Kommunikation war.

„Dieser Fund gibt uns einen seltenen Einblick, wie die frühen Römer mit Stadtplanung experimentierten“, sagte er. „Die Lage im Zentrum der Stadt nahe der Hauptkreuzung legt nahe, dass es sich um ein monumentales Becken handelte, das Teil des Forums der Stadt war - des Herzens des öffentlichen Lebens in römischen Städten.“

Da Archäologen noch nicht genau wissen, wie das frühe Forum Romanum wirklich aussah, biete Gabii ein unschätzbares Fenster in dessen Entwicklung.

Römische Baumeister ließen sich von Griechen inspirieren

Der Fund baut auf früheren Entdeckungen des Teams in Gabii auf, darunter das „Gebäude F“, ein terrassenförmiger Komplex, der in den Hang des antiken Vulkankraters gehauen wurde, um den herum die Siedlung entstand.

Zusammengenommen zeigen diese Funde, dass sich die frühen römischen Baumeister stark von der griechischen Architektur inspirieren ließen. Griechische Städte zeichneten sich durch gepflasterte Plätze, dramatische Terrassen und große Versammlungsräume aus, die kulturelles Prestige und politische Macht ausstrahlten. Die frühen Römer scheinen viele dieser Ideen für ihre eigenen urbanen Zentren adaptiert zu haben.

Die Bedeutung von Gabii

Gabii nimmt in der Erforschung der römischen Geschichte eine besondere Stellung ein. Mogetta erklärte, dass „während Roms früheste Schichten unter Jahrhunderten späterer Bebauung begraben sind, Gabii – einst ein mächtiger Nachbar und Rivale Roms, der erstmals in der frühen Eisenzeit besiedelt wurde – um 50 v. Chr. weitgehend aufgegeben und später in viel kleinerem Maßstab wiederbesiedelt wurde.“

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Dadurch seien die ursprüngliche Anlage der antiken Stadt und die Fundamente der Gebäude ungewöhnlich gut erhalten und böten einen klaren Blick auf das frühe römische Stadtleben.

Italiens Kulturministerium hat das Gebiet zum archäologischen Park erklärt, der nun als Teil der Musei e Parchi Archeologici di Praeneste e Gabii verwaltet wird. Dieser Status ermöglicht es Forscherteams, darunter das internationale Gabii-Projekt, die Stätte systematisch auszugraben und zu untersuchen. Mogetta wurde letztes Jahr Leiter dieser Forschungsgruppe.

Tempel oder anderes Gebäude in der Nähe?

Mit Unterstützung der Generaldirektion der Museen in Italien will das Gabii-Projekt im nächsten Sommer die Ausgrabungen des Beckens und der umliegenden gepflasterten Zone fortsetzen. Die Forscher wollen auch eine nahegelegene „Anomalie“ untersuchen, die durch Wärmebildaufnahmen entdeckt wurde. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um einen Tempel oder ein anderes großes öffentliches Gebäude handeln könnte.

„Wenn es ein Tempel ist, könnte er uns helfen, einige der Artefakte zu erklären, die wir bereits in den Aufgabeschichten des Beckens gefunden haben, wie intakte Gefäße, Lampen, Parfümbehälter und Tassen mit ungewöhnlichen Markierungen“, sagte Mogetta.

„Einige dieser Gegenstände könnten absichtlich als religiöse Opfergaben dort platziert oder im Zusammenhang mit der rituellen Schließung des Beckens um 50 n. Chr. entsorgt worden sein - was die entscheidende Rolle der Wasserwirtschaft in antiken Städten unterstreicht.“

Die Fortsetzung des Gabii-Projekts zielt darauf ab, das Erbe des Ortes zu schützen und Wissenschaftlern und Besuchern gleichzeitig ein besseres Verständnis seiner Geschichte zu ermöglichen.

Eine wichtige Frage, die die Forscher klären wollen, ist, ob öffentliche Bereiche vor religiösen Gebäuden entwickelt wurden oder umgekehrt. Die Antwort könnte Aufschluss darüber geben, ob politische Aktivitäten oder spirituelle Praktiken die frühesten römischen Monumentallandschaften stärker prägten.

Durch die Sammlung von Belegen aus dem Becken und den umliegenden Strukturen wollen Mogetta und sein Team die ganze Geschichte von Gabii rekonstruieren, von seinem Wachstum und seiner Blütezeit bis zu seinem späteren Niedergang. Ihre Arbeit trägt auch zu einem breiteren Verständnis der frühen römischen Architektur bei und wie sie half, die urbane Welt zu formen, die folgte.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner