Stade

Spendenaktion für Waisenkinder nach Bluttat in Stade: 620.000 Euro in kürzester Zeit gesammelt

Für zwei Waisenkinder kommt eine hohe Spendensumme zusammen. Der Migrationsbeauftragte erhält Rückendeckung.

2 Min
Auch eine Trauerandacht fand in Stade statt.

Auch eine Trauerandacht fand in Stade statt.

© Carsten Neff/dpa

Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade sind auf einer Online-Spendenplattform binnen kurzer Zeit mehr als 620.000 Euro für zwei kleine Kinder zusammengekommen. Deren Mutter war unter den sechs Todesopfern, ihren Vater hatten die Drei- und Vierjährigen bereits wenige Wochen zuvor verloren.

Nach Angaben der Plattform GoFundMe beteiligten sich bis Mittag mehr als 24.000 Menschen an der Aktion. „Am 9. Juni nahm die Familie Abschied vom Vater der Kinder. Nur 20 Tage später wurde auch ihre Mama viel zu früh aus dem Leben gerissen“, heißt es in dem Spendenaufruf. Mit dem Geld solle den Kindern ein möglichst sicherer Start in die Zukunft ermöglicht werden – unter anderem für Betreuung, Bildung, therapeutische Unterstützung und die Kosten der Beerdigung. Wie der weitere Weg der Kinder aussehe, sei noch ungewiss.

GoFundMe teilte auf Anfrage mit, das Team für Vertrauen und Sicherheit stehe in Kontakt mit der Organisatorin, um sicherzustellen, dass die betroffene Familie beziehungsweise ein Vormund der Kinder als Begünstigte hinterlegt werde.

Sechs Todesopfer bei Bluttat am Montag

Am Montag waren in der Stader Einrichtung sechs Menschen getötet worden. Ein 45 Jahre alter Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit soll im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit um seine kleine Tochter während eines Gesprächstermins mit einer mitgebrachten Schusswaffe geschossen haben. Getötet wurden nach Angaben der Ermittler die 32-jährige Mutter der beiden Kinder, zwei Frauen und ein Mann des Jugendamtes der Region Hannover sowie zwei Frauen und ein Mann aus der Stader Einrichtung. Fünf Menschen starben am Tatort, ein weiteres Opfer im Krankenhaus. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft, die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. (mit dpa)

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