Eine neuentwickelte Beschichtung kann die für Menschen unsichtbare ultraviolette (UV) Strahlung darstellen und gleichzeitig "entschärfen", indem sie diese in sichtbares Licht umwandelt. Dieser Effekt läßt sich nicht nur einsetzen, um UV-Strahlung zu überwachen und unschädlich zu machen, sondern auch, um eine höhere Lichtausbeute bei Leuchten zu erzielen. Wissenschaftler aus dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Teltow südlich von Berlin haben diese Beschichtung aus speziellen Molekülen entwickelt. Es handelt sich um Riesenmoleküle (Polymere), die in ihrer Struktur fluoreszierende Bestandteile enthalten. Diese Bestandteile werden von den auftreffenden UV-Strahlen angeregt und strahlen dann ihrerseits Licht ab; das heißt, sie wandeln die sehr kurzen Wellen der UV-Strahlung in etwas längere Wellen um, die als blaues Licht sichtbar werden. Dieser Effekt, die sogenannte Lichtkonversion, "eröffnet ein weites Anwendungsfeld", erklärt Rudi Danz vom IAP in einer Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft. UV-Strahlen seien nicht nur im Sonnenlicht vorhanden, sondern entstünden auch im künstlichen Licht. Die Polymerbeschichtung kann beispielsweise in Halogenleuchten den schädlichen UV-Anteil beseitigen sowie gleichzeitig Farbe und Intensität des erzeugten Lampenlichts verstärken. Sichtbares Licht kommt ungehindert durch die Polymerschicht.Ein weiteres Anwendungsgebiet ist der Gartenbau. Auf den Glasscheiben von Gewächshäusern übernehmen die Polymere eine Doppelfunktion: Zum einen schützen sie die darunter wachsenden Pflanzen vor den einfallenden UV-Strahlen, zum anderen verstärken sie mit dem von ihnen erzeugten blauen Licht den sichtbaren Anteil der Sonnenstrahlen und fördern damit das Pflanzenwachstum. (jz.)
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