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„Sagen, was ist“: So verteidigt der Spiegel das Cover mit Siegmund als „gefährlichstem Mann“

Der Spiegel bezeichnet den AfD-Spitzenkandidaten als den „gefährlichsten Mann Deutschlands“. Der Chefredakteur äußert sich nun zur Kritik am neuen Cover.

3 Min
Ulrich Siegmund ist der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt.

Ulrich Siegmund ist der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt.

© Hendrik Schmidt/dpa

Das aktuelle Cover des Spiegels hat heftige Kritik an der Zeitung ausgelöst. Am Sonntag äußerte sich der Chefredakteur des Spiegel, Dirk Kurbjuweit. Auf der aktuellen Ausgabe des Spiegels ist der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund (AfD) zu sehen. Darunter steht die Zeile „Der gefährlichste Mann Deutschlands“.

Im „Morning Briefing“ des Spiegels von Sonntag begründet Kurbjuweit das Cover wie folgt: Siegmund trete freundlich und gewinnend auf und erreiche damit auch Menschen, die nicht rechtsextrem denken, sich aber grundlegende Veränderungen wünschen. Im Hintergrund aber stütze ihn ein Netzwerk rechter Extremisten.

Warum der Spiegel von einer Gefahr spricht

Genau diese Mischung aus Umgänglichkeit und Radikalität mache ihn „aus Sicht liberaler Demokraten zum gefährlichsten Mann Deutschlands“. Der Spiegel schreibt, Siegmunds Pläne für Sachsen-Anhalt seien ein Anschlag auf die liberale Demokratie. Minderheiten würden die Folgen als Erste spüren.

Kurbjuweit verweist auf das Augstein-Motto „Sagen, was ist“ und nennt Relevanz als oberstes Kriterium für einen Titel. „Die AfD ist da, leider ist sie stark und damit relevant, deshalb ist sie Gegenstand unserer aufklärenden Berichterstattung, in jeder Form“.

„Sehr gute Werbung“: Siegmunds Reaktion auf das Cover

Siegmund selbst gibt sich gelassen. Auf Instagram teilte er ein Video, in dem er das neue Spiegel-Cover unterschreibt.

Am Freitag sagte er am Rande einer Wahlkampfveranstaltung einem Welt-Reporter, das Cover sei „sehr gute Werbung“. Es zeige jemanden, der sein Land liebe und für dessen bessere Zukunft kämpfe.

Auf der Plattform X schrieb Siegmund am Freitag ironisch: „Wenn wir am 06.09.26 46 % holen, verrate ich euch, was wir für die Nummer im SPIEGEL bezahlt haben“.

Kritik am Cover: „Wahlkampfhilfe für die AfD“

Der Spiegel wird für das Cover vielseitig kritisiert. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Dietmar Bartsch nannte das Cover gegenüber Welt TV unverantwortlich. „Letztlich ist das Wahlkampfhilfe für die AfD“, sagte er.

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Besonders in den sozialen Medien löste das Titelbild kontroverse Debatten aus. Andere werfen dem Spiegel Skrupellosigkeit vor und spekulieren ob das Cover und die ausgelöste Kontroverse Teil des Kalküls seien.

AfD Sachsen-Anhalt in Umfragen bei 43 Prozent

Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. In einer Umfrage der Agentur pollytix kommt die AfD auf 43 Prozent – ein neuer Höchststand und mehr als in der vorherigen Insa-Befragung. In den Umfragen bewegt sich die Partei zuletzt zwischen 41 und 43 Prozent.

Die CDU liegt demnach bei 23 Prozent, die Linke folgt auf Platz drei. SPD (7 Prozent) und Grüne (5 Prozent) kämen knapp in den Landtag. BSW (4 Prozent) und FDP (2 Prozent) scheiterten an der Fünfprozenthürde.

Vom CDU-Ergebnis 2021 zum AfD-Höhenflug

Der Umbruch zeigt sich im Vergleich zur letzten Wahl. 2021 holte die CDU 37,1 Prozent, die AfD kam auf 20,8 Prozent. Seither hat die AfD ihren Anteil verdoppelt, während die CDU mehr als ein Drittel ihrer Wähler verlor.

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