Es sollte ein lockerer Auftritt werden. Moritz Wagner, gebürtiger Berliner, Basketball-Weltmeister und NBA-Profi, war am Dienstagabend zu Gast bei der WM-Übertragung von England gegen Ghana.
Dann stellte ihm Magenta-TV-Moderatorin Laura Wontorra eine Fangfrage: „Hast du schon mal im Vorfeld von Winston-Salem gehört?“
Wagner nickte. Klar, ein bisschen. Warum? „Ja einfach nur, weil er bei der WM dabei ist. Richtig?“ Falsch.
Winston-Salem steht nicht im DFB-Kader
Winston-Salem ist kein Spieler, sondern eine Stadt im US-Bundesstaat North Carolina. Dort hat die deutsche Nationalmannschaft ihr WM-Quartier bezogen.
Im Studio kugelten sich Wontorra und Ex-Nationalspieler Mats Hummels. „Das ist kein Spieler. Witzig, wird ein schönes Meme im Internet, freue ich mich jetzt schon drauf“, sagte die Moderatorin. Da sollte sie recht behalten.
Moritz Wagner, hier im Trikot der Orlando Magic, sorgte bei der Fußball-WM für den Lacher des Abends.
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Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien
Trösten kann sich Wagner mit einem Blick in die Fußball-Geschichte. Den wohl berühmtesten Geografie-Patzer lieferte Andy Möller. „Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien“ soll der Weltmeister von 1990 rund um seinen Wechsel 1992 gesagt haben.
Das Problem: Madrid liegt in Spanien. Möller landete am Ende ohnehin in Turin. Den Satz selbst hat er Jahre später bestritten, ein Originalbeleg fehlt bis heute. Im Kanon der schönsten Fußball-Sprüche steht er trotzdem ganz oben.
Andy Möller, hier als TV-Experte, wird bis heute mit dem Satz „Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien“ zitiert – auch wenn er ihn bestreitet.
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Erst kein Glück, dann auch noch Pech
Es muss nicht immer Erdkunde sein. Jürgen „Kobra“ Wegmann lieferte den schönsten Denk-Knoten der Bundesliga-Geschichte: „Erst hatte ich kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.“ Logisch sauber ist das nicht. Unvergessen schon.
Shaquille O’Neal und der „Club“ Parthenon
Zurück zum Basketball, wo die ganz großen Geschichten entstehen. 1994 reiste NBA-Riese Shaquille O’Neal mit Orlando Magic nach Griechenland. Zurück in den USA wollte ein Reporter wissen, ob er den Parthenon besucht habe – den berühmten antiken Tempel über Athen.
O’Neals Antwort: An die Namen der Clubs, in denen er war, könne er sich leider nicht mehr erinnern. Der Center hielt das Weltkulturerbe für eine Diskothek. Jahre später gab er den Aussetzer selbst zu. Er sei damals „nicht besonders belesen“ gewesen.
Beirut? War das nicht dieser Baseball-Star?
Noch besser ist die Geschichte von Bobby Hurley, später Profi bei den Sacramento Kings. Sein Highschool-Trainer erzählte, der junge Spielmacher habe ihn allen Ernstes gefragt, ob die Stadt Beirut nach jenem berühmten Baseballschläger benannt sei, der so viele Homeruns geschlagen habe.
Gemeint war Baseball-Legende Babe Ruth, deren Name im Englischen ähnlich klingt. Eine Stadt, gehalten für einen Sportler. Kommt einem bekannt vor.
Am Ende lacht der Klügere mit
Solche Momente sind menschlich, und sie altern erstaunlich gut. Vorausgesetzt, der Ertappte lacht mit.
Wagner dürfte das gelingen. Wontorra hat ihm das Meme bereits versprochen, und ein Weltmeister, der über sich selbst lachen kann, hat ohnehin gewonnen. Auch wenn er gerade nicht genau weiß, wo North Carolina liegt.
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