Die Berliner Opernhäuser eröffneten die Spielzeit mit ungewöhnlichen Werken. Die Komische Oper wählte mit Reimanns „Lear“ das bekannteste Stück und lieferte im Hangar einen Geniestreich ab. Die Deutsche Oper versuchte mit Stockhausens „Mittwoch aus LICHT“ die Medaille für Fortschrittlichkeit zu holen, bekam aber zumindest von uns nur einen feuchten Händedruck.
Der Preis für die erratischste Premiere geht nun ausgerechnet an die Staatsoper: Warum spielt man denn bitte „La Vestale“ von Gaspare Spontini? Das Stück war im frühen 19. Jahrhundert ein großer Erfolg, wurde auch an genau diesem Haus mehr als 100-mal aufgeführt, und Spontini wurde hier Generalmusikdirektor, ein Titel, der für ihn erfunden wurde. Somit hat das Stück wohl eine Verbindung zur Staatsoper, so wie Alban Bergs „Wozzeck“, dessen 100-jähriges Uraufführungsjubiläum vom Haus groß begangen wurde. Aber während „Wozzeck“ noch immer aktuell scheint, ist der Glanz von „La Vestale“ weitgehend verblasst.
Musiktheater
Staatsoper eröffnet mit Spontinis vergessener „La Vestale“ und geht ins Flop-Risiko
Die Staatsoper zeigt Spontinis „La Vestale“ inszeniert von Lydia Steier. Sonya Yoncheva singt die Julia, Carlo Rizzi dirigiert die Staatskapelle. Die Kritik
5 Min
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„La Vestale“ mit Marina Prudenskaya (l.) in der Titelrolle
© Stephan Rabold
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