Grönland

Sprengkörper und Blutkonserven: Dänemark rechnete wohl ernsthaft mit US-Angriff auf Grönland

Laut einem dänischen Medienbericht bereitete sich Kopenhagen im Januar auf das Schlimmste vor. Wie Dänemark und Europa einem militärischen Übergriff der USA auf Grönland entgegnen wollten.

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Sonnenaufgang über Nuuk, Grönland. Dänemark bereitete sich offenbar auf einen US-Militärschlag vor.

Sonnenaufgang über Nuuk, Grönland. Dänemark bereitete sich offenbar auf einen US-Militärschlag vor.

© dts Nachrichtenagentur/imago

Dänemark hat sich Anfang des Jahres 2026 offenbar mit konkreten Maßnahmen auf einen möglichen militärischen Angriff der USA auf Grönland vorbereitet. Das berichtet der dänische öffentlich-rechtliche Sender Danmarks Radio (DR) am Donnerstag unter Berufung auf zwölf zentrale Quellen aus der dänischen Regierung, dem Militär sowie aus europäischen Partnerländern.

Den Recherchen zufolge flogen dänische Soldaten im Januar dieses Jahres mit Sprengstoff nach Grönland, um im Ernstfall die Landebahnen in Nuuk und Kangerlussuaq zerstören zu können. So hätte verhindert werden sollen, dass US-Militärflugzeuge auf der Insel landen. Zudem wurden DR zufolge Blutkonserven aus dänischen Blutbanken mitgeführt, um mögliche Verwundete im Falle von Gefechten versorgen zu können.

Wie DR erläutert, wurden sämtliche in dem Bericht geschilderten Vorgänge jeweils von mindestens zwei unabhängigen Quellen bestätigt. Alle Informanten äußern sich anonym, da die Lage weiterhin als angespannt gilt. Die dänische Regierung, das Militär sowie die Regierung Grönlands wollten die Berichte gegenüber DR nicht kommentieren.

„Da ist alles explodiert“: Angriff auf Venezuela als Auslöser

Die Lage eskalierte dem Bericht zufolge am 3. Januar 2026, als bekannt wurde, dass die USA Venezuela angegriffen und dessen Präsidenten gestürzt hatten. „Da ist alles explodiert“, zitiert DR eine hochrangige Quelle. US-Präsident Donald Trump habe damit gezeigt, dass er bereit sei, militärische Gewalt tatsächlich einzusetzen – nachdem er zuvor wiederholt gedroht hatte, Grönland „auf die harte Weise“ zu übernehmen.

Daraufhin wurden laut DR zunächst Vorauskommandos aus dänischen, französischen, deutschen, norwegischen und schwedischen Soldaten nach Nuuk und Kangerlussuaq entsandt. Anschließend folgten größere Kontingente, darunter Soldaten des dänischen Dragonerregiments, die dänische Eliteeinheit Jægerkorpset sowie französische Gebirgsjäger. Zusätzlich wurden dänische Kampfflugzeuge und ein französisches Kriegsschiff in den Nordatlantik verlegt, heißt es in dem Bericht.

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Abschreckung durch multinationale Präsenz

Die Strategie bestand laut den Quellen darin, die politischen und militärischen Kosten eines US-Angriffs zu erhöhen. Ein solcher Angriff hätte eine feindliche Handlung gegen mehrere Nato-Staaten gleichzeitig dargestellt. „Die Kosten für die USA sollten erhöht werden“, heißt es aus dem Umfeld der Beteiligten.

Anders als im Jahr 1940, als Dänemark der deutschen Besetzung keinen militärischen Widerstand entgegensetzte, entschied sich die Regierung in Kopenhagen diesmal für eine klare Verteidigungshaltung. Die Soldaten erhielten scharfe Munition, die F-35-Kampfjets waren bewaffnet. Gleichzeitig war allen Beteiligten bewusst, dass man einem US-Angriff militärisch kaum hätte standhalten können.

Nach außen wurde die Operation als Übung unter dem Namen „Arctic Endurance“ dargestellt. Doch laut DR war intern klar, dass es sich um eine reale Vorbereitung handelte. „Blutkonserven und Sprengstoff mitzunehmen sei kein Bestandteil normaler Übungen“, so die Quellen.

Europäische Solidarität – mit offenen Fragen

Dänemark hatte bereits kurz nach Trumps Wahl Anfang 2025 in vertraulichen Gesprächen politische Unterstützung in Paris, Berlin und den nordischen Hauptstädten gesucht, berichten französische und deutsche Schlüsselpersonen gegenüber DR. Ziel war eine europäische Allianz zur Verteidigung des dänischen Reichsverbunds. Europa habe daraufhin Solidarität signalisiert und militärische Unterstützung angeboten.

Ob europäische Verbündete im Ernstfall tatsächlich gegen die USA gekämpft hätten, bleibt allerdings offen. „Ich bin froh, dass wir diese Frage nicht beantworten mussten“, sagte ein deutscher Spitzenbeamter gegenüber DR. Ein französischer Beamter betonte demnach, Europa müsse lernen, sich selbst zu verteidigen – Allianzen seien nicht mehr selbstverständlich. „Mit der Grönland-Krise hat Europa endgültig erkannt, dass wir unsere eigene Sicherheit selbst gewährleisten müssen“, so die französische Quelle.

Trump ruderte teils zurück, Nato verstärkte Arktis-Präsenz

Am 21. Januar 2026 erklärte Trump schließlich beim Weltwirtschaftsforum in Davos, keine militärische Gewalt einsetzen zu wollen, betonte aber weiterhin, dass die USA Grönland „brauchen“.

Keine der Quellen verfügte laut DR über konkrete Geheimdienstinformationen zu spezifischen US-Angriffsplänen auf Grönland. Dennoch bleibt die Lage angespannt. „Das ist nicht vorbei. Trump ist noch drei Jahre im Amt“, warnte eine Quelle laut dem Sender.

Parallel zu diesen Entwicklungen hat die Nato am 13. Februar 2026 die Mission „Arctic Sentry“ gestartet. Laut einer Mitteilung der Bundeswehr handelt es sich um eine auf zwölf Monate angelegte Überwachungsaktivität, die freie Schifffahrtsrouten im Nordatlantik sichern und die nördlichen Bündnispartner schützen soll. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, die Sicherheit in der Arktis sei „für uns als Nato, als Europäer, aber auch für Nordamerika von essenzieller Bedeutung“. Deutschland verlegte dazu ein Tankflugzeug A400M sowie vier Eurofighter nach Keflavik auf Island.

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