Wenn Christian Thielemann an der Staatsoper tut, wozu er angestellt ist, nämlich Opern dirigieren, veranstaltet das Haus gleich eine Pressekonferenz. Thielemann sagt dort, ob es nun um die „Schweigsame Frau“ von Strauss oder wie vor kurzem um Alban Bergs „Wozzeck“ geht, dass es sich um eine komplizierte Partitur handele, die möglichst präzise ausgeführt werden müsse. Im Falle des „Wozzeck“ sprach Thielemann von Stimmungen, die man auf den Bildern Otto Nagels oder Hans Baluscheks finde. Das mögen nun verdienstvolle Realisten des Berliner Arbeitermilieus gewesen sein; verglichen mit dem nachtschwarzen Expressionismus des „Wozzeck“ sind ihre Darstellungen eher Idyllen.
Klassik
Staatsoper Berlin: Christian Thielemann beruhigt Alban Bergs „Wozzeck“
Christian Thielemann zeigt bestes kapellmeisterliches Handwerk. Doch wirkt es, als würde jemand ausgerechnet dieser Musik Manieren beibringen wollen.
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