Staatsschützer des Landeskriminalamtes und Bereitschaftspolizisten haben am Mittwochabend das Clubheim der rechtsextremen Kameradschaft Spreewacht in Lichtenberg durchsucht. Ein Richter hatte die Razzia genehmigt. Es seien Beweismittel sichergestellt worden, hieß es gestern im Polizeipräsidium. Es werde wegen des Verdachts der Bedrohung ermittelt.Anlass für die Durchsuchung bei der rechtsextremistischen Gruppierung war die Bedrohung der Abgeordneten Clara Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen). Auf den Internetseiten der Kameradschaft war bis vor wenigen Tagen ein Foto der Abgeordneten sowie ein Drohbrief gegen sie zu sehen. Darin wurde Clara Herrmann indirekt mit Vergewaltigung gedroht.Die Abgeordnete, die mit der Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus zusammenarbeitet, hatte zuvor eine parlamentarische Anfrage an Innensenator Ehrhart Körting (SPD) gestellt. Inhalt: Die Kameradschaft Spreewacht und ihre Verbindung zu Neonazis und der NPD.Einige Wochen später tauchte dann auf der Homepage der Kameradschaft das Foto von ihr sowie der sexistische Text und das in Deutschland verbotene Keltenkreuz auf. "Wegen des Keltenkreuzes habe ich dann Strafanzeige wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen erstattet", sagte Clara Herrmann gestern. Natürlich habe sie wegen der Bedrohung auch ein "mulmiges Gefühl" gehabt. Sie habe ihre Umgebung deshalb genauer beobachtet. "Ich finde es gut, dass sich das Landeskriminalamt der Sache angenommen hat." Die 24-jährige Herrmann ist jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion und Abgeordnete für Friedrichshain-Kreuzberg.Verantwortlich für den Internetauftritt der Kameradschaft ist laut Polizei ein 39-jähriger Mann aus Zeuthen südlich von Berlin. Polizisten aus Brandenburg beschlagnahmten gestern in seiner Wohnung einen Computer und diverse Speichermedien. (mak., ls.)------------------------------Foto: Die Abgeordnete Clara Herrmann
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