Stadt denkt über Brückenneubau nach

Straßenbahn ist Landtagsschloss im Weg

Jürgen Schwenkenbecher
2 Min

POTSDAM. Der Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses als neuer Landtagssitz könnte für die Stadt Potsdam teurer als erwartet werden. Zwar ist die Stadt nur für die Beräumung des Areals in der alten Mitte Potsdams verantwortlich. Doch vor allem die Verlegung zweier Hauptverkehrsstraßen sowie der Straßenbahntrasse, die gegenwärtig noch die für den Bau benötigte Fläche überqueren, erweist sich als schwierig. Für die veränderte Straßenbahnführung müssen voraussichtlich Extrakosten von zehn Millionen Euro einkalkuliert werden, sagte die Bau-Beigeordnete Elke von Kuick-Frenz der Berliner Zeitung. Diese Summe würde zusätzlich zu den noch vor wenigen Wochen veranschlagten gut 30 Millionen Euro benötigt werden.Das zusätzliche Geld soll für den noch nicht beschlossenen Bau einer eigenen Straßenbahnbrücke über die Havel eingesetzt werden. Nach Ansicht des Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke.PDS), der zugleich Fraktionschef seiner Partei in der Stadtverordnetenversammlung ist, hat die Stadt bei der Verlegung der Trasse kaum Aussicht auf Fördermittel. "Denn für die Straßenbahn gab es schon einmal eine Förderung", sagte er.Zur Zeit führen die Schienen in der Mitte der Langen Brücke zwischen den Richtungsfahrspuren über die Havel. Aus verkehrstechnischen Gründen sollen sie im Zusammenhang mit dem Schlossneubau jedoch an die Seite verlegt werden. Aus statischen Gründen ist die Lange Brücke dafür nicht geeignet.Der Vertrag, mit dem die Stadt das Areal an das Land verkauft, soll bis Ende des Jahres unterzeichnet werden. Ein in der vorigen Woche vorgelegtes Konzept sieht vor, dass der Landtag 13 612 Quadratmeter Nutzfläche haben soll. Das Gebäude ist für 150 Parlamentarier ausgelegt und damit groß genug auch für ein fusioniertes Bundesland Berlin-Brandenburg. Sollte es zu keiner Fusion kommen, werden die nicht benötigten Büros vermietet.Laut Wolfgang Birthler (SPD), Chef der Baukommission, stehen Abgeordnetenbüros von je 18 Quadratmetern zur Verfügung. Für Historie werde im Schloss nicht mehr viel Platz bleiben - selbst auf das historische Treppenhaus muss wohl verzichtet werden. (sj.)

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