Berliner sind die ordentlichsten Menschen der Welt, Berliner räumen ständig auf. Sie entrümpeln Keller, durchsuchen Kammern, leeren Schränke, ordnen Regale. Anders ist nicht zu erklären, dass sich auf den Fußwegen überall Hausrat auftürmt: olle Matratzen, Spiegelrahmen ohne Spiegel, löchrige Sofas. Kann alles weg, aber nicht die Bücher dort im Hauseingang. Nicht „Was ich liebte“ von Siri Hustvedt, nicht „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green, nicht „Alle sterben, auch die Löffelstöre“ von Kathrin Aehnlich.
Keine Bücher bitte. Bücher sind mit das Wichtigste, das die Menschen erfunden haben. Mal sind sie klug, mal witzig, mal melancholisch; sie können langweilig sein oder verführerisch, anmaßend, ärgerlich oder gar gefährlich, aber eben auch abgedreht, überraschend oder weise.
Welttag des Buches
Ist Berlin die größte Open-Air-Bibliothek der Welt?
Sie liegen überall herum, vor Hauseingängen, auf Fensterbrettern: Gedanken zum Welttag des Buches – von Schmuggelware in der DDR und Lieblingsfunden auf Berlins Straßen.
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Bücher: Sie liegen überall herum, vor Hauseingängen und auf Fensterbrettern, und ermöglichen eine stadtweite Tauschbörse für ein kostenloses Leseerlebnis.
© Patrick Daxenbichler/imago
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