Einladend steht sie da, die neue stabile Bank aus Holz mit bequemer Sitzfläche und praktischen Armlehnen, die Aufstehen einfacher machen. Das Schmuckstück vor dem Haus Wollankstraße 97 und zwei weitere Bänke an der Panke in Wedding sollen zum Verweilen einladen, wünscht sich Elke Schilling, die Gründerin vom Verein Silbernetz. Der kümmert sich seit vier Jahren mit einer Telefonhotline (0800 48090) um einsame Senioren. Neu sind die Plauderbänke, die „Unterstützung im Alltag“ bieten sollen.
Für Ältere sind der Gang zum Supermarkt und das Schleppen der Einkäufe kräftemäßig nicht mehr so leicht zu wuppen. Damit sie dabei ein Plätzchen zum Verschnaufen haben, hat Elke Schilling die Plauderbank erfunden. „Alten Menschen den Straßenraum zugänglich zu machen“, das ist ihr Ziel. „Zur Pause auf der Bank kommt vielleicht noch eine Unterhaltung mit dem Sitznachbarn. Und schon stellt sich ein Kontakt her, der guttut.“ Wer zu wenige solcher Begegnungen hat, der fühlt sich allein. Der Verein Silbernetz geht aktiv gegen diese Einsamkeit an.
Ursache für Demenz, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Depressionen
„Dieses traurige Gefühl verursacht nachweisbar gesundheitliche Beschwerden wie Demenz, Herz-Kreislauf-Beschwerden und Depressionen. Überall in der Stadt alle paar Hundert Meter eine Bank, das wäre die richtige Maßnahme“, meint Elke Schilling. „Ich hoffe, dass wir Vorbild sind und auch andere Institutionen, Privatleute oder Firmen Sitzbänke im öffentlichen Raum aufstellen.“ Nötig ist dafür eine Genehmigung des Bezirksamtes. Die Silbernetz-Gründerin berichtet, die habe man fix bekommen.
An diesem Vormittag eilen viele Menschen vorbei. „Hab’ ich noch nicht gesehen, aber finde ich gut“, sagt ein junger Mann Mitte 20. Jacqueline Rose, 48, kommt vorbei und weiß sofort, worum es geht. „Die Bank habe ich gleich bemerkt, ich habe auch schon Leute dort beobachtet.“ Die Einzelhandelskauffrau berichtet: „Ich beobachte an meiner kranken alten Mutter, wie sehr die Begrenzung auf die eigene Wohnung sie seelisch isoliert.“
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In solchen Situationen Hilfestellung zu geben, einfach da zu sein und zuzuhören, das will Silbernetz. „In den vier Jahren seit Beginn führten unsere 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 350.000 Telefongespräche. Zwanzig Prozent davon sind regelmäßige Anrufer.“ Vor allem Frauen über 60 rufen meist vormittags an. „Ihnen genügt es oft schon, sich zu vergewissern, dass da jemand ist, der für sie da ist“, erzählt Elke Schilling. Maximal zwanzig Minuten soll ein Gespräch dauern, die meisten seien nach einigen Minuten beruhigt.
Warum sind Sie einsam – das ist die Kernfrage, um die sich die Gespräche drehen. Die zweite Frage lautet: Was tun dagegen? „Geh’ raus und suche Kontakt“, rät Elke Schilling. „Ob auf Plauderbänken oder am Telefon – jeder Weg zum Verlassen der Situation ist der richtige.“
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