Das Hennigsdorfer Elektrostahlwerk wird künftig die Kontrollen des Grundwassers rund um den Standort im Landkreis Oberhavel selbst übernehmen. Das Unternehmen, der Landkreis und das Land Brandenburg unterzeichneten am Donnerstag entsprechende Verträge, wie rbb24 berichtete. Das Stahlwerk liegt in einem Wasserschutzgebiet, das rund 600.000 Menschen in Oberhavel und Berlin mit Trinkwasser versorgt.
Ziel soll nach Berichten sein, den Unternehmen Investitionen zu erleichtern. Die Verhandlungen hatten insgesamt mehr als 20 Jahre gedauert. Am steht ein 120 Seiten starker Vertrag.
Als zentrale Neuerung wird hervorgehoben, dass das Unternehmen nun Abwehrbrunnen zum Schutz des Grundwassers installieren müsse. Diese sollen im Havariefall verunreinigtes Grundwasser in eine Reinigungsanlage befördern.
„Das Werk wird aus der klassischen Trinkwasserschutzzonenregelung herausgenommen und kriegt eine neue Verordnung übergestülpt“, erläuterte Geschäftsführerin Katja Rex gegenüber Antenne Brandenburg.
Großinvestitionen in das Stahlwerk derzeit nicht geplant
Eine substanzielle Erweiterung oder gar einen Neubau des Stahlwerks möchte die Muttergesellschaft, der RIVA-Konzern, nicht zusagen. Die Kosten lägen zu hoch. „Großinvestitionen oder Ähnliches sind derzeit nicht geplant“, sagte Rex. Es fehlten aktuell die Rahmenbedingungen für Investitionen.
Das Werk hatte nach rund einem Jahr Kurzarbeit erst im Januar die Produktion wieder aufgenommen. Gründe für die Krise der Stahlindustrie sind neben der schwachen Baukonjunktur auch hohe Energiepreise und internationaler Wettbewerbsdruck.
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