Standort-Werber rechnen nach einer enttäuschenden Vorjahresbilanz für 2005 wieder mit attraktiven Ansiedlungen

Berliner Wirtschaftsförderer stellen 100 000 Jobs in Aussicht

Peter Kirnich
2 Min

BERLIN, 1. April. Die Wirtschaftsförderung Berlin International (WFBI) rechnet in naher Zukunft mit einem kräftigen Wirtschaftsaufschwung in der Hauptstadtregion. "Ich erwarte, dass in und um Berlin in den nächsten fünf Jahren rund 100 000 neue Arbeitsplätze entstehen", sagte der Chef der Wirtschaftsförderung, Roland Engels, am Freitag.Die WFBI wolle in den nächsten fünf Jahren "rund 20 000 neue Jobs nach Berlin holen", sagte Engels. "Weitere rund 30 000 bis 40 000 Arbeitsplätze werden durch den Großflughafen Berlin-Schönefeld entstehen, die übrigen rund 40 000 Stellen könnten nach unseren Berechnungen die bereits in Berlin ansässigen Unternehmen schaffen". Zudem hätten die "Lockangebote" der Wirtschaftsförderung ihre Wirkung nicht verfehlt.Büro für drei MonateUnter anderem bietet die Wirtschaftsförderung investitionswilligen Unternehmen ein so genanntes "Business Welcome Package" an. Damit können sie drei Monate lang den Standort kostengünstig testen. Zu dem Angebot gehören zum Beispiel ein eingerichtetes Büro, ein möbliertes Appartement, ein Ticket für öffentliche Verkehrsmittel und Beratungsdienstleistungen.Künftig will sich die Wirtschaftsförderung stärker auf die Berliner Wachstumsbranchen konzentrieren. Dazu gehörten die Sparten Gesundheit, Informations- und Kommunikationsindustrie, Medien, Verkehrstechnik, Luft- und Raumfahrt sowie verschiedene Dienstleister. Auch bei den Regionen wolle sich die Wirtschaftsförderung auf Märkte wie Mittel- und Osteuropa, die EU-Staaten, USA und wenige asiatische Länder wie China, Japan und Korea konzentrieren, sagte Engels.Das vergangene Jahr war für die Akquisiteure allerdings enttäuschend: Mit nur 62 neu angesiedelten Unternehmen und 1 550 Arbeitsplätzen fiel die Bilanz so schlecht aus wie seit vielen Jahren nicht mehr. "Ursprünglich hatten wir 3 000 Arbeitsplätze erwartet, doch wegen der schwachen Konjunktur haben etliche Firmen ihre Investitionsentscheidung noch einmal überdacht", erklärte Engels. Er geht davon aus, dass diese Ansiedlungspläne aber nicht aufgehoben sind. Das spiegele sich schon in den Akquisitions-Gesprächen für dieses Jahr wieder. "Wir rechnen 2005 fest damit, dass wir mindestens 3 000 neue Arbeitsplätze in Berlin ansiedeln können", sagte Engels.Unter diesen Projekten befänden sich auch drei größere Vorhaben, die schon bald realisiert werden und der Stadt 1 300 neue Arbeitsplätze bringen könnten. Konkretes wollte Engels dazu aber noch nicht sagen.

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