Opernpremiere

Warum Leipziger Star-Komponist Bernd Franke keine „Corona-Oper“ komponieren wollte

Als die Oper Leipzig ein neues Werk bestellte, erwarteten viele eine „Corona-Oper“. Doch Bernd Franke wollte lieber Luft holen. Ein Porträt.

Willi Patzelt
9 Min
Bernd Franke im Leipziger Opernhaus. Sein Oper „Coming Up For Air“ feiert am 14.03. Premiere

Bernd Franke im Leipziger Opernhaus. Sein Oper „Coming Up For Air“ feiert am 14.03. Premiere

© Marior Adosin

„Gehen Sie doch mal ans Fenster.“ – dieser Satz ging Bernd Franke oft über die Lippen. Als Professor für Komposition, neue Musik und Tonsatz in Leipzig unterbrach er nicht selten seine Vorlesungen, ließ die Partituren beiseitelegen und bat die Studenten aufzustehen. Ein paar Schritte bis zur Scheibe. Draußen liegt die Nikolaikirche, kaum hundert Meter entfernt. „Dort drüben hat Bach gearbeitet.“ Nicht aus reiner pathetischer Ergriffenheit oder aus purer Didaktik wies er den wissbegierigen Nachwuchs junger Komponisten und Musikwissenschaftler darauf hin. Eher als eine leise Erdung: Musik entsteht nicht im luftleeren Raum.

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