Die Anweisung, den von der Ukraine militärisch genutzten SpaceX-Satellitendienst Starshield zu drosseln, ist nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Freitag im Weißen Haus getroffen worden.
Reuters beruft sich auf zwei US-Regierungsvertreter und einen westlichen Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten. Demnach erhielt das Pentagon von dort die Anweisung, den Dienst für das ukrainische Militär zu verlangsamen. Wer die Entscheidung konkret traf, wurde nicht mitgeteilt.
Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter wies gegenüber Reuters zurück, dass Präsident Donald Trump die Drosselung persönlich angeordnet habe: „Ein solches Ersuchen ist vom Präsidenten nie gestellt worden.“
SpaceX-Chef Elon Musk erklärte auf der Plattform X, da Starshield dem US-Staat gehöre und von diesem kontrolliert werde, würden Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten entschieden.
Drohneneinsätze unterbrochen
Nach ukrainischen Angaben hatten die Einschränkungen am 14. Oktober begonnen. Die militärischen Starlink-Empfänger funktionierten demnach nicht mehr auf schnell bewegten Objekten, was Steuerung und Datenübertragung bei Drohnen störte.
Betroffen waren laut ukrainischer Militärführung sowohl Angriffsdrohnen gegen russische Stellungen und Nachschubwege in besetzten Gebieten als auch Abfangdrohnen, die gegen russische Shahed-Drohnen eingesetzt werden. Der Kommandeur eines ukrainischen Drohnenregiments sagte der Nachrichtenagentur AP, mehrere Einsätze seien gescheitert und Drohnen verloren gegangen, weil die Verbindung abriss.
Am Donnerstag hat eine Quelle im ukrainischen Verteidigungsministerium dem Portal Kyiv Independent mitgeteilt, der Dienst Starshield funktioniere auch in Bewegung wieder – allerdings nur bis zu einer Geschwindigkeit von rund 160 Kilometern pro Stunde. Das Ministerium bemühe sich weiter um Aufklärung der Hintergründe.
Selenskyj selbst wertete die Drosselung als bewussten Eingriff. „Das war kein technisches Problem, das war Absicht“, sagte er der Financial Times. Musk forderte den ukrainischen Präsidenten anschließend zum Rücktritt auf: „Es ist Zeit für Selenskyj zu gehen“, schrieb er auf X.
Streit um Angriffe auf russische Raffinerien
Reuters stellt die Drosselung in den Zusammenhang mit wachsenden Spannungen zwischen Washington und Kiew. Trump habe die ukrainische Führung gedrängt, Angriffe auf russische Erdölraffinerien einzustellen. Der US-Präsident mache diese für steigende Energiepreise verantwortlich.
Bei einem Treffen am 9. Oktober in Miami hätten Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Nahost-Sondergesandter Steve Witkoff den ukrainischen Vertretern diese Haltung deutlich gemacht. Als ukrainische Stellen nach der Drosselung bei US-Stellen nachfragten, schreibt Reuters, sei ihnen mitgeteilt worden, es handle sich um eine Entscheidung des Weißen Hauses.
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Selenskyj kündigte inzwischen an, die zwischenzeitlich ausgesetzten ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien wieder aufzunehmen, weil Russland seinerseits die Angriffe auf ukrainische Energieanlagen fortgesetzt habe. Nach Informationen der Financial Times wollen die Staats- und Regierungschefs der EU den ukrainischen Präsidenten beim Gipfel am Freitag in Brüssel zu mehr Zurückhaltung gegenüber Trump drängen.
Starshield ist die für Regierungsstellen und militärische Nutzer entwickelte Variante des Satelliteninternets Starlink und nutzt dessen Satellitennetz. Größter Kunde ist das US-Kriegsministerium.
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