Essay

Stauffenberg ist kein Heiliger: Warum der 20. Juli mehr historische Ehrlichkeit braucht

Deutschland ehrt Claus Schenk Graf von Stauffenberg als Helden des Widerstands. Doch die polnische Debatte zeigt eine andere Perspektive – und stellt unbequeme Fragen an die Erinnerung.

Tomasz Kurianowicz
Tomasz Kurianowicz
8 Min
Reichsmarschall Hermann Göring (2. v.l.) und Martin Bormann (l.)  im Führerhauptquartier Rastenburg, wo Stauffenberg am 20. Juli 1944 eine Sprengladung zündete.

Reichsmarschall Hermann Göring (2. v.l.) und Martin Bormann (l.)  im Führerhauptquartier Rastenburg, wo Stauffenberg am 20. Juli 1944 eine Sprengladung zündete.

© Hoffmann

Der 20. Juli gehört zu den Gründungsmythen der Bundesrepublik. Jedes Jahr erinnert Deutschland an Claus Schenk Graf von Stauffenberg und den militärischen Widerstand gegen Hitler.

Am 20. Juli 1944 platzierte Stauffenberg während einer Lagebesprechung in Hitlers Hauptquartier „Wolfsschanze“ eine Bombe. Hitler überlebte das Attentat, der geplante Staatsstreich scheiterte und Stauffenberg wurde noch in derselben Nacht erschossen. Der Offizier gilt bis heute als Symbol des Gewissens – als Beweis dafür, dass es auch im nationalsozialistischen Deutschland Menschen gab, die bereit waren, für ihre Überzeugungen zu sterben.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*