Herr Beinlich, haben Sie sich schon erkundigt, wo man sich zum Sportdirektor ausbilden lassen kann?Nein. Und Bücher über Sportmanagement habe ich mir auch noch nicht besorgt. Ich denke, da gab es wohl einen leeren Platz in der Zeitung, als die Geschichte entstand, dass ich der Rudi Völler des FC Hansa Rostock werden soll.Ist der Job denn kein Thema für Sie?Doch, keine Frage, Sportdirektor wäre eine interessante Aufgabe. Hansa ist ein gut strukturierter Verein mit besten Rahmenbedingungen. Ich würde auch gerne mithelfen, dass noch mehr Sponsoren an Bord kommen, um die erste Liga wieder dauerhaft zu sichern und Hansa zum besten Ausbildungsverein in Deutschland zu machen.Sie haben also durchaus Pläne?Das sind nur Gedankenspiele. Da ist noch nichts entschieden. Sicher ist nur, dass ich in einer Funktion bei Hansa bleibe - in welcher, das wird hinter den Kulissen besprochen. Es geht jetzt allein um den Klassenerhalt und nicht darum, was ein Einzelner im nächsten Jahr macht.Ihnen bleiben 78 Tage Bundesliga?Verkündet ist ja noch nichts, aber ja, derzeit sieht alles danach aus, dass ich aufhöre. Es hat keinen Sinn mehr, wenn der Körper nicht mehr mitmacht. Ich habe letzte Saison ja ständig mir Schmerztabletten und Spritzen gespielt, weil ich unbedingt aufsteigen wollte. Das Ziel habe ich erreicht, der Rest sollte Zugabe sein. Wenn ohne Chemikalien kein Leistungssport mehr möglich ist, muss Schluss sein. Ich kann manchmal nicht ruhig schlafen, weil Schmerzen plagen.Wo tut es denn aktuell weh?Unter dem Bauchnabel zwickt es überall. Rechts und links. Ich komme schon gar nicht mehr klar mit meinen vielen Terminen bei Ärzten, Physiotherapeuten, Osteopathen und was weiß ich wo.Elektrisiert einen erfahrenen Profi wie Sie noch ein Spiel wie am Sonnabend gegen Arminia Bielefeld?Klar, sonst hätte ich schon aufgehört. Die Anspannung ist groß. Wenn wir es am Ende schaffen, in der Liga zu bleiben, dann hätten wir etwas erreicht, was uns schon nach den ersten fünf Spieltagen ohne Sieg keiner mehr zugetraut hatte.Zuletzt war Ihr Platz vornehmlich auf der Bank. Werden Sie noch einmal entscheidend eingreifen?Ach, ob nur Kurzeinsätze oder mehr - das spielt keine Rolle mehr. Ich bin in meinem Alter der Letzte, der unbedingt noch mitspielen muss. Die Jungen haben das ja in letzter Zeit gut gemacht. Aber ich habe dem Trainer auch signalisiert: Ich könnte spielen, wenn ich gebraucht werde. 50 bis 60 Minuten halte ich durch.Wenn am Saisonende Schluss ist?Dann kommt sicherlich Wehmut auf. Dafür habe ich den Job viel zu gerne gemacht. Es gibt einfach keinen schöneren Beruf. Auch wenn ich schon eine neue Perspektive sehe, falle ich trotzdem erst einmal in ein kleines Loch.Gespräch: Matthias Wolf------------------------------Foto: Kapitän: Stefan Beinlich (36).
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