Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärfen sich weiter. Der ehemalige CIA-Agent und Whistleblower John Kiriakou erklärte in einem Gespräch mit dem Podcaster Julian Dorey, eine seiner Quellen im Weißen Haus habe ihm mitgeteilt, dass sich die US-Regierung für einen Angriff entschieden habe, möglicherweise „am Montag oder Dienstag“.
Nach Kiriakous Darstellung hätten sich Vizepräsident JD Vance und Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard gegen einen Angriff ausgesprochen. Auf der anderen Seite stünden Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Hegseth sowie die Joint Chiefs of Staff, das höchste militärische Beratungsgremium des Präsidenten und seines Verteidigungsministers.
Die Joint Chiefs of Staff seien dabei besonders einflussreich, so Kiriakou. Dieses Gremium habe in der Vergangenheit häufig als letzte Instanz gegen neue Kriegseinsätze gewirkt. Nach Angaben von Kiriakou habe Trump das Gremium jedoch mit Militärs besetzt, die ihm gegenüber loyal sind. Offizielle Bestätigungen für die Angaben lagen zunächst nicht vor.
Bericht: Chamenei überträgt Verantwortung an Sicherheitsberater
Der Iran hält einen US-Angriff für wahrscheinlich, berichtete die New York Times unter Berufung auf mehrere iranische Beamte. Das Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, habe dem Bericht zufolge inzwischen einen Großteil der Verantwortung, insbesondere für Sicherheitsfragen und diplomatische Kontakte, an den obersten nationalen Sicherheitsberater Ali Larijani übertragen. Zudem habe er für jedes wichtige Amt eine mehrstufige Nachfolgeregelung eingerichtet, falls Führungspersonen getötet würden.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen iranischen Beamten, es gebe zwischen den USA und dem Iran unterschiedliche Vorstellungen über eine mögliche Lockerung von Sanktionen. „Beide Seiten müssen einen vernünftigen Zeitplan für die Aufhebung der Sanktionen finden“, sagte er demnach.
Der Iran sei im Rahmen der Atomgespräche durchaus bereit, einige Einschränkungen zu akzeptieren, wenn die USA im Gegenzug das Recht des Iran auf eine „friedliche nukleare Anreicherung“ akzeptieren, so der Beamte. Den USA seien zudem „Möglichkeiten für ernsthafte Investitionen und konkrete wirtschaftliche Interessen in der iranischen Ölindustrie“ angeboten worden. Anfang März sind neue Gespräche geplant, hieß es.
Witkoff: Trump ist „neugierig“, warum Iran nicht nachgibt
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff erklärte in einem Interview mit Fox News, US-Präsident Trump sei verwundert darüber, dass der Iran trotz eines massiven US-Militäraufgebots in der Golfregion und wiederholter Drohungen nicht einlenkt. Witkoff sagte: „Ich will nicht das Wort ‚frustriert‘ benutzen, weil er weiß, dass er zahlreiche Alternativen hat, aber er ist neugierig, warum sie nicht – ich will nicht ‚kapituliert‘ sagen, aber warum sie nicht kapituliert haben“. Es sei „irgendwie hart“, die iranische Führung zum Nachgeben zu bewegen.
Trump hatte dem Iran zuletzt eine Frist bis Anfang März gesetzt und einen „begrenzten Militärangriff“ ins Spiel gebracht, sollte es im Atomstreit zu keiner Einigung kommen. Mehrere westliche Länder, darunter die USA, werfen dem Iran vor, nach Atomwaffen zu streben, was Teheran bestreitet.
Laut dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi will Teheran in den kommenden Tagen einen Entwurf für ein Abkommen vorlegen. Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman erstmals wieder Verhandlungen über das iranische Atomprogramm aufgenommen – die ersten Gespräche seit Juni 2025, als die USA an der Seite Israels eingriffen und mehrere iranische Atomanlagen bombardierten. (mit AFP)
Israel rechnet mit Krieg: USA und Iran kurz vor militärischer Eskalation
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