Kommentar

Steinmeier interpretiert das Präsidentenamt neu – aber wer gibt ihm das Recht dazu?

Der Bundespräsident zelebriert die eigene Unfehlbarkeit im ZDF-Interview. Dabei befeuert er mit ausgrenzender Rhetorik genau jene Spaltung, die er eigentlich überwinden will. Mal wieder.

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Hammerschmidt beim ZDF-Sommerinterview

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Hammerschmidt beim ZDF-Sommerinterview

© Ben Knabe/ZDF/dpa

Es wehte ein Hauch von Bonner Republik durch die Villa Hammerschmidt, als Frank-Walter Steinmeier das ZDF zum Sommerinterview empfing. Inmitten weiß glänzender Fassaden und nahe des im Sonnenlicht funkelnden Rheins – vor dem „deutschen Weißen Haus“, wie der Hausherr es bescheiden nannte – gab sich das Staatsoberhaupt ganz der Nostalgie hin.

Auch die ZDF-Journalistin Diana Zimmermann schien vom Ort inspiriert: „Tief im Westen“ befinde man sich, so die Anmoderation des Interviews. Wer jedoch ein rhetorisches Feuerwerk à la Herbert Grönemeyer erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Steinmeier servierte stattdessen seine altbekannten Kamellen, garniert mit einer ordentlichen Portion Selbstgerechtigkeit.

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