Stellplätze in Eichwalde und Zeuthen werden überdacht

Parkgebühr für Räder schreckt viele Kunden ab

Martina Hasselmann
2 Min

Eichwalde/Zeuthen. Seit mehreren Wochen kann man am Eichwalder und Zeuthener Bahnhof sein Rad auf neuen Abstellplätzen parken - für eine Mark pro Tag. Noch sind die zahlungswilligen Nutzer jedoch an zwei Händen abzuzählen."Daß es eine Eingewöhnungsphase geben muß, war uns klar", so Stephan Hiepler, Geschäftsführer der Berliner Betreiberfirma BAFA Service GmbH. "Mit soviel Skepsis und teilweise sogar Empörung wegen des Preises hatten wir aber nicht gerechnet." In anderen europäischen Radlernationen gäbe es selbst bei höheren Gebühren keinerlei Probleme mit solch einem Serviceangebot. Das hatte der Firma Mut gemacht für ihre Investitionen in und um Berlin: 1 000 Mark pro Ständer samt Einbau immerhin.In Eichwalde gab es Mitte April die kostenpflichtige Stellplatzpremiere, es folgten Zeuthen, Biesdorf, Wilhelmsruh. Aber erst 20 Prozent der Ständer, so die Schätzung der BAFA, seien täglich belegt. 109 Metallbügel mit Zahlschloß warten in Eichwalde, 91 in Zeuthen auf die "Fütterung" mit Einmarkstücken. Für viele Bürger ein unbezahlbares Unterfangen. Zumindest, wenn man jeden Tag vom Rad auf die S-Bahn umsteigt. (KW-Rundschau berichtete). "Ich habe aber auch mit Leuten gesprochen, denen 20 Mark pro Monat nicht zuviel sind, um ein teureres Rad sicher abzustellen", macht sich Hiepler Mut. Er bleibt optimistisch, daß die Auslastung mit der Zeit steigen wird. "An ein Scheitern der ganzen Sache glauben wir nicht." Billiger sei der Service nicht zu machen. Schließlich müßten nicht nur die Investitionen irgendwann reinkommen, sondern auch Pacht für die privaten Grundstücke und die Arbeitskräfte bezahlt werden, die die Plätze in Ordnung halten.Die erste Panne hat die Firma gerade ausgebügelt. In Eichwalde mußten mehrere Ständer ausgetauscht werden. "Weil der Schließmechanismus geklemmt hat. Jetzt funktioniert wieder alles wie geschmiert", versichert der Betreiber. Demnächst rücken aber nochmal Baufirmen an. Die Stellplätze sollen überdacht werden. Damit die Drahtesel bei Wind und Wetter besser geschützt sind. "An der Gebühr wird sich deshalb nichts ändern", verspricht Hiepler.Empörung über die jetzige "Abzockerei" wurde kürzlich während der Gemeindevertretersitzung in Zeuthen laut. "Auch ich würde mir wünschen, daß ein Teil der Ständer kostenlos genutzt werden kann. Aber was die Bahn auf ihrem eigenen oder anderem Privatgelände macht, können wir nicht beeinflussen", erklärte Bürgermeister Klaus-Dieter Kubick (parteilos) dazu. Einzig machbare Alternative seien mehr Abstellmöglichkeiten auf kommunalem Grund und Boden, ohne Gebühren. Er versprach, Möglichkeiten dafür im Bahnhofsumfeld zu prüfen. +++

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