Sterben ist Privatsache im engen Kreis, doch viele Künstler tun es vor unseren Augen und holen es auf die Bühnen der Öffentlichkeit. Christoph Schlingensief schuf sich sein eigenes Requiem, der Autor Joachim Lottmann nimmt mit seinem „langweiligen“ Online-Tagebuch die Nachrufe auf sich selbst vorweg und der Schriftsteller Jan Kuhlbrodt gibt seiner fortschreitenden MS-Erkrankung eine humoristische Sprache.
Stecken dahinter Kompensation und Selbstdarstellung? Oder Exhibitionismus, Größenwahn? Wer sein Sterben zur öffentlichen Performance macht, verfolgt eine persönliche Strategie. Entfaltet sich sogar eine neue Kunst des Sterbens als manifeste Gegenbewegung zur Moderne?
Essay
Sterben vor Publikum: Warum Künstler wie Schlingensief ihren Tod öffentlich machen
Der Autor Joachim Lottmann stirbt gerade öffentlich im Netz, Schlingensief baute sich eine „Kirche der Angst“. Ist das Exhibitionismus oder eine neue Kunst zu sterben?
13 Min
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Künstler machen ihren Tod zum letzten Werk.
© Berliner Zeitung am Wochenende
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