Theater

Ostermeier inszeniert „Stereophonic“ mit Live-Rock und kaputter Kaffeemaschine

Wie viel Privatleben verträgt die Kunst? Thomas Ostermeier verpflanzt David Adjmis Broadway-Hit an die Schaubühne – Die Kritik.

4 Min
„Stereophonic“ in der Schaubühne, Szene mit Magdalena Lermer und Moritz Gottwald. Das Album könnte gelingen, die Beziehung scheitert.

„Stereophonic“ in der Schaubühne, Szene mit Magdalena Lermer und Moritz Gottwald. Das Album könnte gelingen, die Beziehung scheitert.

© Gianmarco Bresadola

Also so richtig Bock hat keiner von denen, die da auf die Bühne kommen. Aber keine Angst, wir sind im Theater, die spielen nur. Die Figuren sind verkatert und schlecht gelaunt (wobei sich das später noch als steigerungsfähig erweist), klagen über Schlafmangel und Kopfschmerzen, einer ist laut Regieanweisung hackedicht (noch oder wieder?) – und dann ist auch noch die Kaffeemaschine kaputt.

Wir befinden uns in Sausalito, Kalifornien, in einem Tonstudio, in dem eine fünfköpfige Indie-Rockband an ihrem neuen Album arbeitet, also komponiert, probt, aufnimmt, mischt. Die Platte wird in dem Broadway-Hit „Stereophonic“ von David Adjmi nicht fertig, dabei geht ein ganzes Jahr von Sommer 76 bis Sommer 77 ins Land, umgerechnet: dreieinhalb Theaterstunden von der langen Sorte.

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