BERLIN, 5. November. Die Steuereinnahmen für die öffentlichen Haushalte werden 1999 und im Jahr 2000 insgesamt um rund zehn Milliarden Mark höher ausfallen, als bei der letzten Steuerschätzung im Mai erwartet. Dieses Ergebnis der Herbstprognose des Arbeitskreises Steuerschätzung gab das Bundesfinanzministerium am Freitag in Berlin bekannt. 1999 werden die Steuereinnahmen demnach in Bund, Ländern und Kommunen um 6,8 Milliarden Mark höher liegen als in der Mai-Prognose, im Jahr 2000 dann um drei Milliarden Mark. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sprach von einer "erfreulichen Aufkommensentwicklung", warnte aber vor überhöhten Erwartungen: "Die jetzt vorliegenden Zahlen zeigen, dass im Vergleich zur bisherigen Schätzung ab 2000 keine wesentlichen Steuermehreinnahmen zur Verfügung stehen."4,5 Prozent mehr als 1998 Der "Arbeitskreis Steuerschätzung" hatte seit Donnerstag in Hannover über die neue Steuerprognose beraten. Für 1999 entfallen demnach auf den Bund 1,5 Milliarden Mark Mehreinnahmen, auf die Länder 4,5 Milliarden Mark und auf die Kommunen 1,1 Milliarden Mark. Für das Jahr 2000 kann der Bund mit 600 Millionen Mark zusätzlichen Einnahmen rechnen und die Länder mit 2,4 Milliarden Mark.Im Jahresvergleich steigen die Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte laut Schätzung 1999 auf 883,6 Milliarden Mark, 4,5 Prozent mehr als 1998. Für das Jahr 2000 wird eine Steigerung um 2,7 Prozent auf dann 907,3 Milliarden Mark vorhergesagt. Das hohe Wachstum der Steuereinnahmen im laufenden Jahr begründete Finanzminister Eichel unter anderem mit Einmaleffekten bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer. (AFP)
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