Ölmarkt

Stockende Iran-Gespräche treiben Ölpreise: Aramco warnt vor knappen Vorräten

Eine Einigung könnte den Markt entlasten, eine Eskalation den Preis für Brent weiter nach oben treiben. Washington gibt Öl aus der strategischen Reserve frei.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Die Sorge vor Engpässen bei den Treibstoffvorräten treibt die Energiepreise.

Die Sorge vor Engpässen bei den Treibstoffvorräten treibt die Energiepreise.

© Dragomir Yankovic/imago

Die Ölpreise sind am frühen Dienstagmorgen erneut gestiegen. Die Nordsee-Sorte Brent legte laut Reuters um 0,29 Prozent auf 104,51 Dollar je Barrel zu, die US-Sorte WTI stieg um 0,32 Prozent auf 98,38 Dollar. Beide Sorten waren am Montag bereits um knapp 2,8 Prozent gestiegen.

Hintergrund sind die stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, wodurch die Straße von Hormus als wichtige Transportroute für Öl und Gas weiter nur eingeschränkt befahrbar ist.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Waffenstillstand mit Iran am Montag als „nur noch künstlich am Leben gehalten“. Strittig seien mehrere Forderungen Teherans: die Aufhebung der US-Seeblockade, die Wiederaufnahme iranischer Ölverkäufe und eine Entschädigung für Kriegsschäden. Iran beanspruche zudem die Hoheit über die Straße von Hormus.

„Solange die Verhandlungen zwischen den USA und Iran ohne Ergebnis bleiben und die Lieferungen durch die Straße von Hormus eingeschränkt sind, dürften die Preise über 100 Dollar bleiben“, sagte Tim Waterer, Chefanalyst des Brokers KCM Trade, gegenüber Reuters. Eine Einigung könne den Preis um 8 bis 12 Dollar drücken, eine Eskalation den für Brent dagegen Richtung 115 Dollar treiben.

Aramco warnt vor knappen Treibstoffvorräten

Die Fördermenge des Ölkartells Opec fiel im April nach einer Reuters-Erhebung auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Amin Nasser, Chef des staatlich kontrollierten saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco, warnte am Montag laut Financial Times, die weltweiten Bestände an Benzin und Kerosin könnten „kritisch niedrige Niveaus“ erreichen, falls die Meerenge gesperrt bleibe.

Seit Beginn des Iran-Kriegs seien rund eine Milliarde Barrel an Lieferungen ausgefallen, jede weitere Woche Schließung lasse rund 100 Millionen Barrel ausfallen. Der Markt werde sich womöglich erst im Jahr 2027 wieder stabilisieren.

USA stellen Öl aus der strategischen Reserve bereit

Die US-Regierung teilte am Montag mit, sie stelle neun Unternehmen 53,3 Millionen Barrel Rohöl aus der strategischen Erdölreserve bereit, darunter Exxon Mobil, Trafigura und Marathon Petroleum. Die Firmen müssen das Öl später mit einem Aufschlag von bis zu 24 Prozent in Rohöl zurückzahlen.

Insgesamt will Washington 172 Millionen Barrel freigeben. Der Beitrag ist Teil einer im März in der Internationalen Energieagentur (IEA) von mehr als 30 Staaten vereinbarten Freigabe von rund 400 Millionen Barrel. IEA-Chef Fatih Birol sprach laut Reuters von der bislang größten Energiekrise der Geschichte und stellte weitere Freigaben in Aussicht.

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Kurz vor dem geplanten Treffen Trumps mit Chinas Staatschef Xi Jinping in Peking verhängte die US-Regierung zudem Sanktionen gegen drei Personen und neun Unternehmen aus Hongkong, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman. Ihnen wird vorgeworfen, iranische Öllieferungen nach China vermittelt zu haben.

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