Störung bei der S-Bahn nach tödlichem Unfall

Franziska Köhn
2 Min

Leichtsinn hat in der Silvesternacht einen Touristen aus Sachsen-Anhalt das Leben gekostet und zum Chaos bei der S-Bahn geführt. Der 25-Jährige aus Zahna hatte gegen 23.10 Uhr zwischen den Bahnhöfen Friedrichstraße und Hackescher Markt die verkehrsbedingt haltende S-Bahn verlassen, um zu urinieren. Dabei geriet der Mann auf das Nachbargleis. "Er bemerkte den entgegenkommenden Zug nicht und wurde erfasst", sagte ein Sprecher des Bundesgrenzschutzes (BGS). Bei dem Unfall wurde der Mann tödlich verletzt.Um den Toten bergen zu können, wurde der S-Bahnverkehr für rund eine Stunde auf der Strecke eingestellt. Die S-Bahn, die den jungen Mann überrollt hatte, wurde dabei so schwer beschädigt, dass sie von einem nachfolgenden Zug in den nächsten Bahnhof geschoben werden musste. Auf den überfüllten Bahnsteigen in der Innenstadt kam es wenig später zu zahlreichen Rangeleien. Polizei und Bundesgrenzschutz mussten schließlich Bahnhöfe sperren, um nachdrängende Reisende abzuhalten. Nach Angaben des BGS verhielten sich die meisten vor den Bahnhöfen Wartenden friedlich. Eine Ausnahme gab es am Bahnhof Friedrichstraße. Dort versuchte ein 24-jähriger Mann aus Dresden, die Absperrungen gewaltsam zu durchbrechen. Gegen den kurzzeitig festgenommenen Mann wurde Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erstattet. Als viele Reisende aus den auf freier Strecke haltenden Zügen kletterten, stellte die Bahn aus Sicherheitsgründen den Strom ab. Beamte des Bundesgrenzschutzes wurden alarmiert, die ausgestiegene Fahrgäste zu den Bahnhöfen bringen mussten. Erst gegen 2.10 Uhr rollten die Züge wieder durch die Innenstadt. In der Zwischenzeit mussten die Reisenden auf die völlig überfüllten U- und Straßenbahnen umsteigen.

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