SABINE DECKWERTH wünscht sich, dass auch künftig über Jugendkriminalität nachgedacht wird.Nun also, Schwamm drüber. Die Wahl in Hessen ist vorbei. Und damit auch die Debatte über härtere Sanktionen gegen junge Straftäter, über Warnschuss-Arreste und die schleunigste Abschiebung von Tätern ausländischer Herkunft. So ist das nach Wahlkämpfen: Erst wird monatelang über ein Problem diskutiert, dann ist es plötzlich vom Tisch. Zumal derjenige, der es angestoßen hat, nämlich Hessens Ministerpräsident Koch, bei der Wahl auch noch eine Niederlage erlitt.Wenn Kochs Wahlkampf etwas Gutes hatte, dann, dass er das Thema in die Öffentlichkeit brachte. Denn da gehört es auch hin, und zwar auf lange Sicht. Eine Aussicht auf härtere Strafen wird ohnehin niemanden aufhalten, einen Raub oder eine Körperverletzung zu begehen. Es wird also weiter kriminelle Jugendliche geben.Es reicht nicht, eine Intensivtäterabteilung bei Polizei und Staatsanwaltschaft einzurichten, die sich mit Dauer-Gewalttätern befasst. Auch andere Maßnahmen müssen her, die schon dann greifen, bevor eine kriminelle Karriere überhaupt beginnt. Das fängt in den Schulen an, wo Kinder etwa durch Dauer-Schwänzen auffallen. Nicht Ordnungsgelder gegen die Eltern helfen da weiter, sondern mehr Sozialarbeiter, die mit den Eltern reden, und das möglichst in der Sprache, die diese Eltern verstehen. Dringend muss etwas getan werden, damit jugendliche Täter schneller verurteilt werden. Damit Strafe auf dem Fuße folgt und dadurch mehr bewirkt.Auch im Jugendgefängnis hat sich in letzter Zeit - außer neuen Gittern vor den Zellenfenstern - kaum etwas getan. Dort werden mehr Pädagogen gebraucht, die den jungen Häftlingen etwas beibringen können. Schließlich kommen sie nach zwei oder drei Jahren wieder raus. Und sollen dann keine Straftaten mehr begehen.
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