Iran-Krieg

Straße von Hormus: Iran droht 45 Tankern mit Festsetzung und Beschlagnahme der Ladung

Teheran droht Reedereien, die den Vorgaben der iranischen Behörde nicht Folge leisten. Betroffen sind auch Supertanker aus den Emiraten und Saudi-Arabien.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Tanker müssen bei Verstößen gegen Irans Hormus-Regeln mit Festsetzung oder Beschlagnahme rechnen.

Tanker müssen bei Verstößen gegen Irans Hormus-Regeln mit Festsetzung oder Beschlagnahme rechnen.

© Jose Isaac Bula/imago

Der Iran hat 45 Tanker auf eine Sperrliste für die Straße von Hormus gesetzt. Das teilte die neu geschaffene iranische Behörde für die Straße von Hormus (Persian Gulf Strait Authority) am Sonntag auf der Plattform X mit, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag berichtete.

Den betroffenen Schiffen drohen demnach Geldstrafen, Festsetzung und die Beschlagnahme ihrer Ladung, sollten sie die Meerenge erneut passieren.

Zu den gelisteten Schiffen zählen laut Reuters sehr große Rohöltanker sowie Transporter für Flüssigerdgas und Flüssiggas. Betroffen seien unter anderem Tanker der Reederei ADNOC Logistics and Shipping aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, deren Tochterunternehmen Navig8 Tankers sowie der saudi-arabischen Staatsreederei Bahri.

Auch Schiffe der Betreiber Klaveness Ship Management, Stolt Tankers und des südkoreanischen Unternehmens Sinokor stünden auf der Liste. Auf Reuters-Anfragen hätten die Reedereien zunächst nicht reagiert.

Auch Umladungen sollen erfasst werden

Nach Angaben der iranischen Behörde können auch Schiffe auf die Sperrliste gesetzt werden, die mit den gelisteten Tankern Ladung von Bord zu Bord umladen. Ladungseigner sollen sich vor der Charterung eines Schiffes über eine aktualisierte Liste informieren, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Reedereien, die eine Streichung ihrer Schiffe erreichen wollen, müssten einen begründeten Antrag bei den iranischen Behörden stellen.

Konkrete Regeln nannte die Behörde laut Reuters nicht. Teheran habe in der Vergangenheit erklärt, Reeder benötigten eine iranische Freigabe für die Durchfahrt und müssten für Sicherheits- und weitere Dienstleistungen zahlen.

Verschärfung nach US-Drohungen

Die Warnung erfolgte wenige Tage, nachdem die USA mit den „härtesten Sanktionen der Geschichte“ gedroht hatten. Der Iran hatte eine „vernichtende“ Reaktion auf die neuen US-Drohungen angekündigt. Vor dem im Februar von den USA und Israel gegen den Iran begonnenen Krieg wurden über den Golf rund 20 Prozent des weltweiten täglichen Rohöl- und Flüssigerdgasaufkommens transportiert.

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