Katar vermittelt über einen vorläufigen Schifffahrtskorridor durch die weitgehend blockierte Straße von Hormus. Der Vorschlag soll Handelsschiffen wieder eine verlässlichere Passage durch eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssiggas ermöglichen.
Der katarische Ministerpräsident und Außenminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani besprach den Plan am Donnerstag mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi. Nach Angaben des katarischen Außenministeriums geht es um einen zeitlich begrenzten gemeinsamen Korridor und ein Projekt zur Räumung von Seeminen.
Al Thani habe bei dem Treffen auf die Freiheit der Schifffahrt, das internationale Recht und die Souveränität der Nachbarstaaten verwiesen. Araghchi bezeichnete die Gespräche als „kreativ“. Eine Vereinbarung wurde bislang nicht bekannt gegeben.
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Der Iran hat dem Korridor noch nicht zugestimmt
Der Vorsitzende des iranischen Nationalen Sicherheitsrates, Mohsen Resai, erklärte nach Angaben von Reuters, seine Regierung bereite auf Bitten der Vermittler eine Liste mit Bedingungen für einen normalen Schiffsverkehr vor.
Diese grundsätzliche Position ist nicht neu. Resai hatte bereits am 12. August erklärt, dass die Straße von Hormus erst wieder geöffnet werde, wenn die USA ihre Politik änderten und iranische Forderungen akzeptierten. Zu den bisher genannten Bedingungen gehören ein Ende des Krieges, die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen, Entschädigungszahlungen und ein Abbau der Wirtschaftssanktionen.
Ob die iranische Regierung ihre Forderungen im Zuge der neuen Vermittlung ändern könnte, ist nicht bekannt. Der katarische Vorschlag ist daher noch kein Durchbruch. Neu ist der konkrete Plan für einen vorläufigen Korridor mit gemeinsamer Minenräumung.
Iran ruft zum Widerstand gegen Sanktionen auf
Parallel zu den Gesprächen verschärft die US-Regierung den wirtschaftlichen Druck. US-Präsident Donald Trump bekräftigte am Donnerstag erneut, dass die Vereinigten Staaten derzeit nicht mit dem Iran verhandelten. Die Sanktionen würden fortgesetzt, bis die iranische Regierung zu ernsthaften Gesprächen bereit sei, teilte das Weiße Haus mit.
Das US-Finanzministerium leitete am Freitag eine zusätzliche Maßnahme gegen die Niederlassungen der ägyptischen Banque Misr in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Ihnen könnte der Zugang zu amerikanischen Korrespondenzbanken entzogen werden.
Nach Darstellung des US-Finanzministeriums soll die Bank innerhalb von zweieinhalb Jahren verdächtige Zahlungen in Milliardenhöhe für die iranische Regierung abgewickelt haben. Die Maßnahme ist noch nicht endgültig beschlossen.
Das iranische Außenministerium bezeichnete die amerikanischen Sanktionen als „Staatsterrorismus“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Andere Länder seien verpflichtet, sich den Maßnahmen nicht anzuschließen. Außenminister Araghchi forderte die US-Regierung auf, den militärischen und wirtschaftlichen Druck zu beenden. „Druck funktioniert nicht“, schrieb er auf der Plattform X.
Nur sieben Schiffe passieren die Meerenge
Obwohl einzelne Schiffe die Straße von Hormus durchfahren, liegt der Verkehr weit unter dem Vorkriegsniveau. Am Donnerstag passierten nach vorläufigen Daten des Schiffsdienstes Kpler lediglich sieben Frachter und Tanker die Meerenge. Am Vortag waren es 17, im Durchschnitt der vorausgegangenen zehn Tage 15.
Vier Schiffe verließen den Persischen Golf, drei fuhren hinein. Die Zahlen können sich nachträglich ändern, weil einige Schiffe ihre Ortungssysteme abschalten. Schiffsdienste schätzen, dass der Verkehr zuletzt nur etwa fünf bis 15 Prozent des früheren Umfangs erreichte.
Das US-Militär erklärte, die internationalen Fahrspuren seien inzwischen von iranischen Seeminen geräumt. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Viele Reedereien meiden die Passage weiterhin, weil der Iran mit Angriffen auf nicht genehmigte Schiffe gedroht hat.
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Straße von Hormus bleibt Hindernis für Friedensgespräche
Vor dem Krieg verliefen rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Auch für den Export von Flüssiggas aus Katar ist sie entscheidend.
Israel und die USA begannen am 28. Februar ihre Angriffe auf den Iran. Die iranischen Streitkräfte drohten daraufhin, Schiffe ohne Genehmigung anzugreifen. Der Verkehr brach ein, die Ölpreise stiegen.
Katar und Pakistan vermittelten im Juni bereits eine Vereinbarung, die eine Waffenruhe und die Rückkehr des Schiffsverkehrs ermöglichen sollte. Sie scheiterte jedoch nach kurzer Zeit an Differenzen zwischen dem Iran und den USA über die Meerenge. Der neue Korridor soll nun zumindest den Handel erleichtern. Eine umfassende Friedensregelung ist damit noch nicht verbunden.
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