Ein US-Minister macht Hoffnung, Vermittler Katar bestätigt Fortschritte, der Ölpreis reagiert sofort – doch aus Teheran kam in den Tagen zuvor klare Ablehnung. Um die Straße von Hormus ist ein diplomatisches Tauziehen entbrannt. US-Finanzminister Scott Bessent stellte am Dienstag im US-Sender CNBC eine baldige Einigung in Aussicht, um die für den Welthandel zentrale Meerenge wieder zu öffnen.
Nach seinen Aussagen fiel der Preis für die Ölsorte Brent zeitweise um vier Prozent auf unter 80 US-Dollar je Barrel, wie die Financial Times berichtete. Durch die Hormus-Meerenge lief vor dem Konflikt rund ein Fünftel des weltweiten Energiehandels.
Was Bessent konkret angekündigt hat
US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Dienstag im CNBC-Format „Squawk Box“, es bestehe die Chance, dass man „heute oder morgen“ eine Einigung erziele, um die Meerenge zu öffnen und sich in diesem Konflikt einer normaleren Lage anzunähern.
Auf die Frage, ob der Iran eine Gebühr für die Durchfahrt erheben dürfe, antwortete Bessent laut CNBC, es solle freie Durchfahrt gelten.
Bessent stellte zudem einen spürbaren Preisrückgang in Aussicht, sobald Hunderte im Persischen Golf festsitzende Schiffe auslaufen könnten. Betroffen sei nicht nur Energieprodukte, sondern auch Dünger, raffinierte Produkte und Industriegase.
Katar bestätigt Fortschritte bei der Vermittlung
Rückendeckung erhielt Bessent von den Vermittlern. Katars Außenamtssprecher Majed al-Ansari sagte laut Reuters am Dienstag, die diplomatischen Kontakte hätten sehr fortgeschrittene Phasen erreicht. Vermittler wie Katar, Pakistan und der Oman koordinierten sich eng und tauschten Entwürfe aus.
Auch Bloomberg berichtete, ein Entwurf für eine Deeskalations-Resolution werde zwischen den Parteien in Umlauf gebracht. Sowohl Katar als auch Bessent warnten jedoch, dass es noch keine feste Einigung gebe.
US-Außenminister Marco Rubio sagte laut Reuters, es gebe Fortschritte in den Gesprächen, aber noch keine endgültige Einigung.
So reagierte der Ölmarkt
Der Ölpreis reagierte umgehend auf die Deeskalationssignale. Die Sorte Brent fiel laut Financial Times kurz nach Bessents Äußerungen um vier Prozent auf unter 80 US-Dollar je Barrel, reduzierte den Verlust später aber auf zwei Prozent. Die US-Sorte WTI fiel laut CNBC um rund drei Prozent auf unter 78 US-Dollar je Barrel.
Der Marktanalyst Matt Simpson von StoneX ordnete den Preissturz ein. Wie Crux Investor wiedergibt, könnten Bessents Kommentare mehr Gewicht haben als die Intervention selbst. Bei einem Scheitern der Verhandlungen drohe die geopolitische Risikoprämie sofort zurückzukehren.
Der Iran hatte bereits zuvor jede Einigung dementiert
Teheran zeichnete in den Tagen vor Bessents Ankündigung ein anderes Bild. Bereits am 3. August wies das iranische Außenministerium Berichte über direkte Verhandlungen mit den USA zurück. Sprecher Esmaeil Baghaei erklärte laut iranischen Medien, der Iran verhandle stattdessen mit dem Oman über eine Route zur Wiederöffnung der Meerenge.
Laut der Nachrichtenagentur Anadolu betonte Baghaei am selben Tag, eine Einigung mit dem Oman allein reiche nicht aus: Solange die US-„Aggression“ anhalte, bleibe die Lage unverändert.
Die Lage vor Ort bleibt gefährlich
Trotz der Verhandlungssignale bleibt die Meerenge faktisch weitgehend geschlossen. Laut Reuters meldete ein Frachtschiff am Dienstag nahe der Straße von Hormus vor der Küste des Oman einen Treffer durch ein Geschoss. Die Besatzung habe das Schiff verlassen müssen, ein Seemann werde vermisst.
Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der Nasa zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.
© The Visible Earth/NASA/dpa
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