Jeder hat sie wohl schon in Berlin bemerkt: comicartige Figuren, die aus Papier ausgeschnitten und mit Kleister auf Wände geklebt wurden, wie Littly Lucy und ihre Katze oder ein Männchen mit riesigem Kopf namens Karl Toon. Außerdem mit Schablonen an die Wand gesprayte Frauenfiguren, über denen wie in einer Sprechblase mehrere X und O schweben. An anderen Stellen der Stadt sind weiße 6en aufgemalt, und am Checkpoint Charlie hängen an Brandschutzwänden riesige schwarz-weiße Plakate, die Gesichter zeigen. Dass diese Werke kein Vandalismus, sondern eine eigenständige Kunstform - nämlich Street Art - sind und wer dahintersteckt, ist vielen unbekannt.Ein neues Buch des Fotografen Kai Jakob (Street Art in Berlin, Jaron Verlag, 19,90 Euro) erklärt, was es mit den Figuren auf sich hat und wer sie an die Wände bringt: Hinter Lucy steckt etwa ein studierter Grafiker, der sich El Bocho nennt. Die riesigen Plakate am Checkpoint Charlie zeigen Palästinenser und Israelis, die ein Fotograf abgelichtet hat, der damit einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten will. Neun Künstler werden vorgestellt, außerdem erklärt der Bildband, was Street Art ist und stellt ihre Formen vor. Und er zeigt 1 173 Fotos - leider steht nicht dabei, wo in Berlin sie aufgenommen wurden, so dass das Buch seinen Anspruch, ein etwas anderer Kunstführer durch die Straßen Berlins zu sein, nicht ganz erfüllt. (eds.)------------------------------Foto: Dieses Männlein stammt von einem Künstler mit dem Pseudonym CUPK.
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