Tarifstreit

Streik in Berlin: Schließung von Kitas droht, Betreuung an Schulen fällt aus

Am Mittwoch und Donnerstag sind zahlreiche Beschäftigte zum Streik aufgerufen. Neben Kitas trifft es auch Berliner Ämter.

Eva Maria Braungart dpa/Eva Maria Braungart
3 Min

Die Gewerkschaft Verdi hat im Zuge der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zu einem zweitägigen Streik in Berlin aufgerufen. Am Mittwoch und Donnerstag kann es deshalb zu Einschränkungen in Berliner Kitas und Schulen, aber auch in Behörden oder Hochschulen kommen.

An Schulen etwa kann nach Angaben der Gewerkschaft GEW am Mittwoch Unterricht oder die Hortbetreuung am Nachmittag ausfallen. Komplette Schulschließungen seien eher nicht zu erwarten, so die GEW. Viele Lehrkräfte sind verbeamtet und dürfen somit nicht streiken.

Kommunale Kitas von Streik betroffen

Bei den Kitas sind nur die kommunalen Einrichtungen betroffen – die aber im Gegensatz zu den Schulen über zwei Tage. Der Kita-Eigenbetrieb City etwa teilte mit, dass von seinen 58 Einrichtungen am ersten Warnstreiktag eine und am zweiten Warnstreiktag zwei komplett geschlossen bleiben. An 14 beziehungsweise 13 weiteren sei mit Einschränkungen zu rechnen.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sind am Mittwoch auch Beschäftigte an Hochschulen, im Landeseinwanderungsamt und im Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten zum Ausstand aufgerufen. Das betrifft Angehörige von Polizei und Feuerwehr, soweit sie keine Beamten sind. Notdienstvereinbarungen stellen sicher, dass die Arbeit dieser Behörden insbesondere in Notfällen nicht eingeschränkt ist. Am Donnerstag rufen Gewerkschaften neben Kita-Beschäftigten Mitarbeiter aus den Senatsverwaltungen, Bezirksämtern und Forstbetrieben zum Warnstreik auf. In der Folge könnte es zu Einschränkungen etwa in Bürgerämtern kommen.

Zu den Protesttagen aufgerufen haben neben Verdi und GEW auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die IG Bau. Sie wollen damit in der seit Anfang Dezember laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder Druck machen. Verdi fordert in den Tarifverhandlungen sieben Prozent mehr Geld im Monat, zur Stärkung unterer Lohngruppen mindestens 300 Euro. Der neue Tarifvertrag soll nach Vorstellung der Gewerkschaft zwölf Monate laufen. Bei der ersten Verhandlungsrunde am 3. Dezember gab es keine nennenswerten Fortschritte.

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Streik auch in Berliner DRK-Kliniken

Im öffentlichen Dienst Berlins, darunter in Landesverwaltungen, Bezirken, Schulen und Hochschulen und Kita-Eigenbetrieben, sind laut Statistikamt mit Stand von Mitte 2024 gut 231.000 Menschen beschäftigt. Darunter sind knapp 68.000 Beamte, die nicht streiken dürfen. In der Regel überträgt Berlin den Tarifabschluss für die Landesangestellten auf die Beamten.

Neben dem Streik im öffentlichen Dienst wird in Berlin am Dienstag und Mittwoch in den DRK-Kliniken gestreikt. Verdi hatte die Mitarbeiter der Kliniken aufgerufen, die Arbeit niederzulegen, um so den „Druck auf die Geschäftsführung in den laufenden Tarifverhandlungen“ zu erhöhen. Der Streikaufruf richtet sich an alle nicht ärztlichen Beschäftigten. Das sind vor allem Pflegefachkräfte, aber zum Beispiel auch Therapeuten oder Handwerker.

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