Bahnsicherheit

Sturz aus fahrendem Zug: Erneut Bahnmitarbeiter nach Streit lebensgefährlich verletzt

Bei einer Fahrscheinkontrolle zwischen Offenburg und Karlsruhe kommt es zu einem Gerangel. Eine Sicherheitskraft stürzt aus dem Zug und wird lebensgefährlich verletzt.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Ein Zug steht nach einem Notfall am Bahnhof in Ettlingen-Bruchhausen. Kurz vor dem Bahnhof ist ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden.

Ein Zug steht nach einem Notfall am Bahnhof in Ettlingen-Bruchhausen. Kurz vor dem Bahnhof ist ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung aus einem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden.

© Melanie Keul/EinsatzReport24 /dpa

Ein Mitarbeiter der DB-Sicherheit ist am Freitagabend auf der Bahnstrecke zwischen Offenburg und Karlsruhe bei einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Fahrgast aus einem fahrenden Zug gestürzt und lebensgefährlich verletzt worden. Das teilten die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Polizeipräsidium Karlsruhe in der Nacht zum Samstag mit.

Streit bei Fahrscheinkontrolle eskaliert

Nach Angaben der Ermittler kontrollierten Fahrscheinprüfer gegen 19.35 Uhr einen 36-jährigen Fahrgast. Dabei sei es zu einem verbalen Streit gekommen, weshalb zwei Mitarbeiter der DB-Sicherheit hinzugezogen worden seien, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Der mutmaßlich alkoholisierte Mann soll die beiden Mitarbeiter zunächst beleidigt haben. Anschließend kam es laut Polizei zu einem Gerangel zwischen dem Fahrgast und einem 26-jährigen  Sicherheitsmitarbeiter, bei dem beide zu Boden stürzten. „Hierbei öffnete sich aus bislang ungeklärter Ursache die Tür des fahrenden Zuges und der 26-Jährige stürzte auf Höhe von Ettlingen-Bruchhausen aus dem Zug“, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Beschuldigter festgenommen, Zug beschlagnahmt

Alarmierte Einsatzkräfte nahmen den 36-Jährigen noch im Zug vorläufig fest. Bei einer umfangreichen Suche fanden Polizeikräfte den lebensgefährlich verletzten Sicherheitsmitarbeiter nach Behördenangaben rund zwei Kilometer hinter dem späteren Halteort des Zuges im Gleisbereich. Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus.

Die Kriminalpolizei Karlsruhe hat die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum genauen Ablauf übernommen. Der betroffene Zug wurde beschlagnahmt. Wie es zur Öffnung der Tür während der Fahrt kommen konnte, ist nach Angaben der Behörden weiterhin unklar.

Angriffe auf Bahnbeschäftigte nehmen zu

Mitarbeiter der Deutschen Bahn werden immer wieder Ziel von Angriffen. Im Februar hatte der Tod eines Zugbegleiters nach einem Angriff durch einen Schwarzfahrer in Rheinland-Pfalz bundesweit Entsetzen ausgelöst.

Nach Angaben der Bundesregierung erfasste die Bundespolizei 2025 rund 2690 Angriffe auf Bahnbeschäftigte, etwa elf Prozent mehr als im Vorjahr. In der Region Mitte, zu der auch der nordbadische Raum zählt, stieg die Zahl der Übergriffe laut Konzernangaben um 15 Prozent.

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Als Reaktion stattet die Bahn ihre Beschäftigten mit Bodycams aus, die inzwischen rund ein Drittel des Zugpersonals von DB Regio freiwillig nutzt. Zusätzlich testet der Konzern eine Doppelbesetzung von Zügen mit Sicherheitskräften, ab Juli auch stichfeste Westen.

An 35 großen Bahnhöfen setzt die Bahn im Rahmen eines von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) angestoßenen Sofortprogramms zusätzliche Sicherheitskräfte ein.


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