Peter Navarro, einer der engsten Berater des US-Präsidenten Donald Trump, drängt nach Informationen der Financial Times darauf, dass die USA Kanada aus den Five Eyes ausschließen. Dabei handelt es sich um einen exklusiven Spionagebund, zu denen auch Großbritannien, Australien und Neuseeland gehören.
Die Financial Times beruft sich auf Beamte aus dem Regierungsapparat, die von Navarros Forderung in Kenntnis gesetzt wurden. Navarro argumentiere demnach gegenüber den Entscheidungsträgern im Weißen Haus, dass die USA den Druck auf Kanada erhöhen sollten, wenn das Land zum 51. US-Bundesstaat gemacht werden solle. Unklar sei bisher noch, ob die Idee bei Trump Anklang findet. Sie werde derzeit auf jeden Fall diskutiert, heißt es weiter.
Trumps oberster Handelskrieger Navarro ist ein US-amerikanischer Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Paul Merage School of Business der University of California, Irvine. Der US-Präsident ernannte ihn als „Direktor für Handel und Industriepolitik“ zum Leiter eines neu geschaffenen nationalen Handelsrats der USA.
Kanadas Premier Trudeau warnt: Trumps Drohung ist eine „reale“ Gefahr
Kanadas Premierminister Justin Trudeau, der am 9. März sein Amt niederlegen wird, sieht in der Drohung Trumps eine „reale“ Gefahr. Die USA hätten es auf Kanadas Reichtum an Bodenschätzen abgesehen. Trump wolle „unser Land aufsaugen, und das ist eine Realität“, so Trudeau vor zweieinhalb Wochen bei einem Wirtschaftstreffen in Toronto. Trump drohte, er wolle Kanada annektieren. Der US-Präsident bekräftigte am Montag erneut seine Pläne, Einfuhrzölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Waren aus Mexiko und Kanada zu verhängen. Das Vorhaben war zunächst für vier Wochen ausgesetzt worden, soll nun aber nach dem 4. März – wenn die Frist abläuft – in Kraft treten.
Donald Trumps oberster Handelskrieger Peter Navarro spricht im Oval Office.
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Weltweite Spionage: Woraus sind die Five Eyes entstanden?
Die Five Eyes sind ein Überbleibsel aus dem Kalten Krieg. Die fünf Mitglieder teilen sich sozusagen die Bespitzelung des Erdballs auf. Das Spionagenetzwerk ging aus der 1946 gegründeten britisch-amerikanischen „UKUSA“ hervor – einer Zusammenarbeit zwischen Großbritannien (UK) und den USA. Ziel war damals vor allem die Vernetzung von Geheimdienstaktivitäten im Ostblock. Bis heute arbeiten sie eng mit anderen Nachrichtendiensten zusammen.
Dennis Wilder, ein ehemaliger hochrangiger CIA-Offizier, der nun unter anderem als Professor an einer Universität arbeitet, sagte, die Five Eyes seien „die mit Abstand erfolgreichste Vereinbarung zum Informationsaustausch in der Weltgeschichte“. Er wies darauf hin, dass die Partnerschaft entstand, als amerikanische und britische Codeknacker während des Zweiten Weltkriegs zusammenarbeiteten, um deutsche Geheimkommunikation zu knacken. 1956 kamen die anderen Verbündeten dazu.
Ein Geheimdienstmitarbeiter der Five Eyes sagte gegenüber der Financial Times, dass Kanada und Neuseeland von der Gruppe zwar die wenigsten Informationen liefern, ein Ausschluss eines Mitglieds aber sehr gefährlich wäre. Dies würde den Bund schwächen und die Kritik von den anderen Verbündeten auf sich ziehen. „In meiner jetzigen Situation und angesichts der vielen Bedrohungen, die auf uns zukommen, brauchen wir alle Partner, die wir kriegen können“, sagte der Agent.
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