Der öffentliche Raum ist kein sicherer Ort für Frauen. Für den einen oder anderen mag das dramatisch klingen, aber viele Frauen werden dieses Statement mit einem Schulterzucken bestätigen. Sie haben diese Realität akzeptiert, die einen mit Wut, die anderen mit Resignation – aber alle mussten ihre eigenen Sicherheitsstrategien entwickelt.
Sie laufen, die Schlüssel zwischen die Finger geklemmt, die U-Bahn-Treppe hoch. Sie nehmen die Kopfhörer aus den Ohren, um zu lauschen, ob hinter ihnen Schritte sind. Sie nehmen Umwege in Kauf, wenn mal wieder die Straßenbeleuchtung auf dem Heimweg kaputt ist. Sie gehen nachts nicht durch Parks. Nie. Sie haben die Nummer des „Heimwegtelefons“ im Handy eingespeichert und rufen dort an, wenn da Schritte sind, und sie auf den Fremde hinter ihnen auf keinen Fall allein wirken wollen. Sie verstecken sich in Hauseingängen, wenn die schemenhafte Figur dort hinten leicht zu schwanken und betrunken zu sein scheint.
Kommentar
Belästigung in der Bahn: Frauenwaggons lösen nicht das Problem
Spezielle U-Bahn-Wagons werden nicht die Gewalt an Frauen verhindern. Die Idee bekämpft nur die Symptome eines falschen Weltbildes. Ein Kommentar.
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Belästigung im öffentlichen Nahverkehr gehört zum Alltag zu vieler Frauen.
© Rolf Kremming/imago
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