Streit um überdimensionales Friedens-Symbol am Rohrbruchpark / Abriß angedroht

Das Peace-Zeichen bleibt

Mathias Raabe
2 Min

Ein überdimensionales Friedenszeichen hat in Hellersdorf für Aufregung gesorgt. Das Symbol der Ostermarsch- und Friedensbewegung war am Sonntag am Fuße des Rohrbruchparks an der Hellersdorfer Straße aus Steinen und Blumen angelegt worden als Zeichen des Protestes gegen den Krieg in Jugoslawien. Gestern drohte die MEGA, das Unternehmen hatte das Hellersdorfer Stadtteilzentrum und den Park angelegt, damit, das sechs Meter große Zeichen zu entfernen. Es sei, so MEGA Prokurist Hubertus Bickmann, eine "einseitige Aktion", bei der ausgeblendet bliebe, was Jugoslawiens Präsident Milosevic im Kosovo anrichte. Bickmann sieht das Zeichen als "Anti-Bomben-Symbol". Der Prokurist, der die PDS hinter der Aktion vermutet, nennt es zudem fragwürdig, einen öffentlichen Park für "politische Werbung" zu nutzen. Vorschlag von jungen LeutenPDS-Fraktionschef Klaus-Jürgen Dahler weist diese Kritik zurück. "Die Idee für das Peace-Zeichen ging von der Friedenskoordination Hellersdorf aus, einem Zusammenschluß von Schülern und jungen Leuten im Bezirk." Zur Errichtung des Friedenssymbols seien rund 200 Leute gekommen, darunter auch Bezirksverordnete der SPD. Einseitig sei die Veranstaltung keinesfalls gewesen im Gegenteil, so Dahler. Als Rednerin sei die Serbin Jelena Santic von der jugoslawischen Friedensbewegung vor Ort gewesen, die als erstes einen Stopp der Vertreibung der Kosovaren gefordert habe. Die Äußerungen des MEGA-Mannes hält Dahler schlicht für "Unsinn". Auch Unweltstadtrat Heinrich Niemann (PDS), der die Friedensaktion ausdrücklich unterstützt hat, spricht von einem Sturm im Wasserglas. Bickmann hätte außerdem keine Handlungsgrundlage gehabt, da der Park inzwischen dem Land Berlin gehöre. Einwände gegen das Anbringen des Friedenssymbols kann Niemann nicht nachvollziehen. "Wer kann denn dagegen sein, daß der Krieg in Jugoslawien beendet wird?" Inzwischen gebe es ja in allen Parteien Auseinandersetzungen über dessen Sinn und Unsinn. Nach einem Gespräch des Stadtrates mit MEGA-Chefin Sigrid Höpfner trat das Unternehmen gestern nachmittag von seinem Ansinnen zurück. Über den Ursprung des Symbols klärt Willi van Oyen, Sprecher des Ostermarsches in Frankfurt am Main auf: Es komme aus Großbritannien und stilisiere die Buchstaben N und D, wie sie als Flaggensignale in der Schiffahrt Verwendung fanden. N und D stünden für Nuclear Disarmament Nucleare Abrüstung.

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