Die indische Jugendbewegung Cockroach Janata Party (CJP) will ihre für diesen Samstag geplante Großdemonstration in der Hauptstadt Neu-Delhi trotz zahlreicher Festnahmen und einer Verbotsverfügung der Polizei durchziehen.
Das kündigte CJP-Gründer Abhijeet Dipke am Freitag auf der Plattform X an, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. „Ich lande morgen in Delhi und werde zum Jantar Mantar marschieren, komme, was wolle“, schrieb Dipke mit Blick auf einen Platz in der Hauptstadt.
Hintergrund ist eine Überarbeitung der Wählerlisten, bei der laut Reuters landesweit 130 Millionen Einträge gestrichen wurden. Die Bewegung, Oppositionsparteien und studentische Gruppen fordern deshalb den Rücktritt des obersten Wahlleiters Gyanesh Kumar. Die Wahlkommission verweist laut Reuters auf ein noch laufendes Verfahren – fälschlich Gestrichene könnten sich erneut eintragen lassen.
Polizei verweigert Genehmigung
Die Polizei in Delhi lehnte die Anmeldung der Kundgebung ab, weil sie erst drei Tage vor dem Termin eingegangen sei, berichtete die Zeitung The Indian Express. Vorgeschrieben sei eine Frist von 15 Tagen. Dipke erklärte dem Blatt, am Jantar Mantar sei keine Genehmigung erforderlich.
Die Behörden rechnen laut Indian Express mit mehr als 50.000 Teilnehmern. Im Zentrum Delhis gelten Versammlungsverbote. Metro-Stationen sollen geschlossen werden, Hotels und Gästehäuser wurden angewiesen, Buchungen einzuschränken.
Zur Unterstützung der Polizei wurden dem Bericht zufolge rund 23.000 zusätzliche Sicherheitskräfte in die Hauptstadt verlegt. Polizeichef Anurag Kumar ließ 37 Straßensperren und in allen 15 Bezirken Delhis Sammelstellen für Festgenommene einrichten.
Festnahmen in mehreren Bundesstaaten
Im Bundesstaat Madhya Pradesh wurden nach Angaben eines ranghohen Polizeibeamten mindestens 30 Reisende aus Zügen geholt und festgesetzt. Die CJP sprach laut Reuters von Tausenden Festnahmen landesweit.
Im westindischen Bundesstaat Maharashtra berichteten Aktivisten dem Indian Express, Polizisten hätten sie zu Hause aufgesucht und zur Unterzeichnung einer Erklärung aufgefordert, nicht nach Delhi zu reisen. Das Büro des Polizeichefs bestätigte vereinzelte Vorladungen, bestritt aber Festnahmen im Bundesstaat.
Die Oppositionsallianz um die Kongresspartei unter Rahul Gandhi wollte am Freitagabend die indische Staatspräsidentin Droupadi Murmu aufsuchen, um auf den Rücktritt des Wahlleiters zu dringen.
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