Paraguays Nationaltrainer Gustavo Alfaro hat die bei der Fußballweltmeisterschaft in Nordamerika verpflichtend eingeführten Trinkpausen scharf kritisiert. Auf einer Pressekonferenz in Santa Clara sagte der Argentinier am Mittwoch laut der Nachrichtenagentur Reuters, die Unterbrechungen sollten nur in Ausnahmefällen und nach Absprache beider Mannschaften eingesetzt werden. „Fußball lebt von Kontinuität, und diese Kontinuität wird zerstört“, sagte Alfaro.
Die Fifa hat zum Turnier in den USA, Kanada und Mexiko festgelegt, dass die Schiedsrichter in der 22. und in der 67. Spielminute jeder Partie eine dreiminütige Pause anordnen. Die Regel gilt nach Angaben des Weltverbands unabhängig von Wetter, Stadiondach oder Temperatur. Damit sollten für alle Teams die gleichen Bedingungen geschaffen werden.
Alfaro: Unterbrechungen stören Spielrhythmus
Alfaro hatte bereits am Sonntag den Vorwurf erhoben, dass die Pausen kommerziellen Interessen dienten. Die Unterbrechungen seien zu lang und hätten seine Mannschaft beim 1:4 gegen die USA daran gehindert, ins Spiel zurückzufinden. Auch beim Sieg gegen die Türkei sei der Spielrhythmus gestört worden. „Am Ende haben wir vier Viertel statt zwei Halbzeiten“, sagte er Reuters zufolge.
Fifa-Präsident Gianni Infantino wies die Vorwürfe in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme zurück. Für den Verband entstünden durch die Pausen keine zusätzlichen Einnahmen, da alle Werbeverträge lange vorher geschlossen worden seien. Die Maßnahme sei rein sportlich motiviert und diene dem Schutz der Spieler bei einem Turnier mit bis zu acht Partien innerhalb von 39 Tagen. Entscheidend sei, dass alle Teams unter gleichen Bedingungen anträten.
Kritik auch von anderen Trainern
Auch andere Trainer hatten sich zu den Pausen geäußert. Englands Coach Thomas Tuchel sagte Reuters zufolge, die Unterbrechung verändere die Identität des Spiels. Uruguays Trainer Marcelo Bielsa beklagte eine Zerstückelung der Partien. Spaniens Coach Luis de la Fuente und Niederlande-Kapitän Virgil van Dijk unterstützten die Regel bei großer Hitze, stellten ihren Sinn bei kühleren Bedingungen oder in überdachten Stadien jedoch infrage.
Paraguay trifft am Donnerstag (Ortszeit) in der San Francisco Bay Area im letzten Spiel der Gruppe D auf Australien. Die USA stehen als Gruppensieger fest, die Türkei ist ausgeschieden. Australien und Paraguay spielen um Platz zwei und damit um den voraussichtlich leichteren Gegner im Sechzehntelfinale der erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragenen Endrunde.
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