„Günstige Behandlungsmethode“

Studie: Antidepressivum senkt Hospitalisierungsrate bei Corona-Patienten

Das Antidepressivum Fluvoxamin hat eine entzündungshemmende Wirkung. Die Behandlung biete sich in Ländern ohne ausreichend verfügbare Corona-Impfstoffe an.

Team News AFP/dak
2 Min
Laut Studie liegen Personen, die Fluvoxamin bekommen haben, weniger lange im Krankenhaus als Unbehandelte (Symbolbild).

Laut Studie liegen Personen, die Fluvoxamin bekommen haben, weniger lange im Krankenhaus als Unbehandelte (Symbolbild).

© dpa/Kay Nietfeld

Demnach sank das Risiko einer längeren stationären Behandlung nach Verabreichung des Antidepressivums, das eine entzündungshemmende Wirkung hat, um rund ein Drittel. An der Studie nahmen knapp 1500 Corona-Infizierte in Brasilien teil. Von den 741 Patienten, die Fluvoxamin erhielten, mussten knapp über zehn Prozent länger im Krankenhaus behandelt werden. Bei der Vergleichsgruppe lag der Anteil bei 15,7 Prozent.

Studie: Auch Sterblichkeitsrate geringer

Auch wenn die Sterblichkeit nicht im Fokus der Studie stand, beobachteten die Wissenschaftler auch hier deutliche Unterschiede. Nur einer der mit Fluvoxamin behandelten Patienten sei gestorben, während in der Placebo-Gruppe zwölf Todesfälle verzeichnet worden seien.

„Covid-19 stellt immer noch ein Risiko für Menschen in Ländern mit geringen Ressourcen und eingeschränktem Zugang zu Impfungen dar“, sagte einer der Hauptautoren der Studie, Edward Mills von der McMaster University in Kanada. Daher sei es wichtig, bereits verfügbare Medikamente auf ihre Tauglichkeit zum Einsatz gegen Corona zu überprüfen.

Zugleich verwiesen die Forscher darauf, dass weitere Untersuchungen erforderlich seien. Fluvoxamin stehe nicht auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und könne abhängig machen.

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